Wechsel in der Schimpansengruppe des Zoo Osnabrück

Schimpansenmännchen Kume – Foto: Zoo Osnabrück

Auf Wiedersehen Kume und Kisha, willkommen Zamana –
Neuigkeiten aus der Osnabrücker Schimpansengruppe

Es war bereits angekündigt: Die Schimpansen Kume und Kisha haben gestern ihren Heimatzoo in Osnabrück verlassen. Dafür reiste Schimpansenweibchen Zamana an den Schölerberg.

Die Gesundheitsuntersuchung vor circa zwei Wochen sowie alle notwendigen Blutuntersuchungen der zwei Schimpansen waren ohne Befund und so mussten sich die Osnabrücker Zoomitarbeiter am gestrigen Mittwoch in der Afrika-Tierwelt „Takamanda“ von ihnen verabschieden: „Wir sind schon traurig, dass Kume und Kisha uns verlassen mussten, aber es ist für sie besser so. Kisha hätte hier keinen passenden Partner finden können und Kume hätte den Druck von seinem Vater aushalten müssen“, erklärt Tierpfleger und Revierleiter Wolfgang Festl. Und so reisten gestern Vormittag das achtjährige Schimpansenweibchen Kisha in den Zoo Leipzig und das achtjährige Schimpansenmännchen Kume in den Zoo Basel. Hier können sie helfen, die bedrohte Tierart der Westafrikanischen Schimpansen zu erhalten. Zwei Osnabrücker Tierpfleger begleiteten ihre Schützlinge und werden die nächsten Tage auch dort als Bezugsperson für die Tiere verbringen.
Parallel reiste das elfjährige Schimpansenweibchen Zamana nach Osnabrück als neues Mitglied für die hiesige Schimpansengruppe. „Zamana ist eine junge, hübsche Schimpansin. Sie ist am Ende der Pubertät angelangt und übernimmt nun langsam die Rolle eines erwachsenen Weibchens“, beschreibt der zuständige Kurator Adrian Baumeyer aus dem Zoo Basel. „Sie hält sich normalerweise eher am Rande der Gruppe auf, versucht aber nach und nach in der Hierarchie aufzusteigen.“ Zamana lernte die Osnabrücker Schimpansengruppe erstmals am Donnerstagmorgen kennen. Die Zusammenführung von Schimpansen ist eine besondere Situation, weiß Wolfgang Festl: „Auch in der Wildbahn läuft das nicht immer friedlich ab. Wir müssen genau beobachten, wie die Tiere aufeinander reagieren. Zeigen sie großes Interesse aneinander, können wir sie zusammen lassen. Falls Unruhe aufkommt, müssen wir sie wieder trennen, damit jeder seine Ruhephasen bekommt.“ Das erste Kennenlernen der Menschenaffen in dem für Besucher nicht einsehbaren Schlafbereich verlief recht ruhig: „Sie waren noch voneinander getrennt, aber konnten sich schon sehen. Tatu, der Chef, brüllte einmal, aber ansonsten beäugten sich alle nur neugierig“, berichtet Festl. Wenn alles weiter gut läuft, ist Zamana bereits bald auf der Außenanlage in „Takamanda“ zu sehen.

Wissenswertes zu Schimpansen:
Schimpansen (Pan troglodytes) leben in Zentral- und Westafrika in Berg- und Trockenwäldern sowie in der Savanne. Sie haben eine Standhöhe von bis zu 140 cm und wiegen zwischen 30 und 65 kg. Sie sind Allesfresser und ernähren sich von Blättern, Knospen, Früchten und Fleisch. Schimpansen sind gute Kletterer. Mit Vorliebe laufen sie auf allen Vieren, wobei sie sich auf den Fingerknöcheln abstützen. Sie leben im Familienverband, in dem es sehr temperamentvoll zugeht. Die Freude am Spiel und an harmlosen Neckereien ist stark ausgeprägt. Als Hordenführer fühlt sich das Männchen für den Schutz der Seinen verantwortlich. Schimpansen eignen sich nicht nur sehr schnell einen großen Erfahrungsschatz an, sie sind auch ausgezeichnete Beobachter und Künstler in der Herstellung selbst gefertigter Werkzeuge.
Der Westafrikanische Schimpanse ist eine der vier Unterarten der Schimpansen. Sie sind unmittelbar vom Aussterben bedroht aufgrund von Wilderei, Jagd, Regenwaldzerstörung und der landwirtschaftlichen Entwicklung. Von den Westafrikanischen Schimpansen gibt es noch 15.000 bis 20.000 Tiere in der Wildbahn.

Quelle: PM Zoo Osnabrück