Weihnachten für die Tiere im Zoo Hannover

Foto: Erlebniszoo Hannover

Foto: Erlebniszoo Hannover

Die Aras nehmen Schnabel und Krallen zu Hilfe, die Nasenbären (logisch) die Nasen. Die Erdmännchen scharren schonungslos, Sir Stanley hackt – nicht gerade vornehm. Und Elefantenbulle Nikolai setzt auf seine ganze Kraft. Wenn es darum geht, an ihre Weihnachtsgeschenke zu gelangen, werden die Tiere im Erlebnis-Zoo Hannover überaus einfallsreich. Müssen sie auch. Ihre Lieblingsleckereien werden ihnen in bunten Tüten und Kartons und gereicht – und die wollen erst einmal gefunden und geöffnet werden.

Jedes Jahr lassen sich die Tierpfleger im Zoo Hannover neue kleine Überraschungen für ihre Schützlinge einfallen, damit die Weihnachtszeit ein tierisches Erlebnis wird. So fand Elefantenbulle Nikolai heute einen Weihnachtsbaum in seinem Reich, der liebevoll mit Orangen- und Apfelscheiben, Porree und Ananas-Ringen geschmückt war. Und der hing dort, wo normalerweise ein Netz mit Heu oder das Elefantenspielzeug befestigt ist: in luftigen 3 m Höhe. Bevor Nikolai sich über den Festschmaus hermachen konnte, musste er ihn also erst einmal zu sich herunter zerren.

Den Elefantenpflegern war klar, dass ihr Weihnachtsgeschenk nicht lange schweben würde: „Wir haben den Baum zwar so gut festgebunden, wie es ging, aber ein Elefantenbulle hat eben enorme Kraft. Den Baum hat er ganz schnell unten“, schätzte Tierpfleger Jürgen Kruse, „aber darum geht es nicht, sondern um die Überraschung.“ Einen Tannenbaum – dazu noch so einen liebevoll geschmückten – bekommen die Dickhäuter eben nur einmal im Jahr. Und tatsächlich überlegte Nikolai nicht lange, schnupperte, griff entschlossen mit dem Rüssel zu und setzte alle Kraft ein. Sofort regnete es Obst und Gemüse und der verführerisch riechende Baum lag bald in bequemer Fressnähe.

Mit den weihnachtlichen Päckchen, Tüten und Tannen waren die Tiere stundenlang beschäftigt. Und genau das ist der Sinn der Sache. In der freien Wildbahn sind die Tiere den ganzen Tag mit der Nahrungssuche ausgelastet. Und so wird das Futter auch im Zoo versteckt und breitflächig verstreut, aber es gibt zudem noch andere Arten der Beschäftigung, zum Beispiel:
– Denkaufgaben mittels Futterautomaten
– Verpackte und schwerer zugängliche Leckereien
– Spielgeräte wie Kisten, Papierschnitzel, Bälle, Kartons, Bettlaken

Die tierische Beschäftigungs-„Bescherung“ findet meist hinter den Kulissen statt. Aber wer genau hinsieht, entdeckt bei seinem Weihnachtsspaziergang vielleicht zufällig ein Tier im Kampf mit Karton und Tüte, wer weiss.

Quelle: PM Zoo Hannover