Weißes Seebärenbaby im Tierpark Hagenbeck geboren

Foto: Tierpark Hagenbeck

Es ist eine kleine Sensation: die Geburt des einzigen Albino-Seebärenbabys (Arctocephalus australis) weltweit, das am 15. Juni im Eismeer des Tierparks Hagenbeck das Licht der Welt erblickte. Auch die Tierpfleger und Tierärzte staunten nicht schlecht, da es das erste Albino-Jungtier in der über einhundertjährigen Hagenbeck-Geschichte ist.

Die Geburt verlief problemlos und fand sogar mitten am Tage vor den Augen der Besucher statt. Dem kleinen Seebärenmädchen geht es sehr gut, Mama Lucy kümmert sich liebevoll um ihren Nachwuchs. Um die Mutter-Kind-Bindung zu festigen, verbringen Lucy und ihr schneeweißes Jungtier die ersten Wochen gemeinsam in einem abgetrennten Gehegebereich des Eismeers. Durch eine Einsichtscheibe kann das Albinoweibchen zeitweise beobachtet werden. Erst in den kommenden Wochen wird die Kleine auch in der großen Anlage zu sehen sein. Vater des auffälligen Jungtieres ist Seebärenmännchen Gringo, der seit 2006 bei Hagenbeck lebte und 2019 an Altersschwäche verstorben war. Der neue Mann in der Seebärengruppe ist Tamar aus Paington, der Ende vergangenen Jahres nach Hamburg zog.

In der Natur kommt Albinismus, der durch Genmutation entsteht, bei Tieren nur sehr selten vor. Die Überlebenschance der weißen Jungtiere mit roten Augen und roter bis rosafarbener Haut ist im Freiland sehr gering. Nicht nur, dass sie von Fressfeinden wesentlich schneller gesehen werden, sondern auch, weil es schwerer ist, ohne Tarnung selbst Beute zu machen. Ein Problem, das dem Albinomädchen im Tierpark erspart bleibt.

Südamerikanische Seebären stehen auf der roten Liste gefährdeter Arten der Weltnaturschutzunion IUCN. Mehr als die Überfischung des Meeres macht den Tieren die Verschmutzung ihres Lebensraumes zu schaffen. Im Freiland gibt es noch etwa 400.000 Südamerikanische Seebären – mehr als die Hälfte dieser Tiere lebt vor der Küste von Uruguay, die anderen Tiere vor den Küsten von Peru, Chile und Argentinien.

Quelle: PM Tierpark Hagenbeck