Weltvogelpark Walsrode: Vögel im Winter richtig füttern

Zoonews NewsFür die heimischen Singvögel ist der Winter eine harte Jahreszeit. Besonders wenn der Schnee die gewohnten Nahrungsquellen verdeckt, brechen im wahrsten Sinne des Wortes magere Zeiten an. Lange Zeit gab es eine vehemente Diskussion unter Tierfreunden und Ornithologen, ob eine Fütterung von Vögeln überhaupt sinnvoll sei, da damit die natürlichen Prozesse in unserem Ökosystem – bei denen es auch um eine natürliche Auslese geht – außer Kraft gesetzt werden. Mittlerweile hat sich jedoch weitestgehend die Erkenntnis durchgesetzt, dass durch die großflächige Vernichtung der ursprünglichen Nahrungsquellen der Vögel, etwa durch Monokulturen in der Landwirtschaft, das Ökosystem weitestgehend gestört ist und der Mensch dadurch sogar in der Pflicht, den Vögeln Alternativen zu bieten. Doch wie fütte rt man eigentlich richtig? Worauf sollte man als Laie achten. Andreas Frei, Tierarzt im weltgrößten Vogelpark, dem Weltvogelpark Walsrode, verrät Tipps und Tricks.

Die Qualität des Futters
Vogelfutter gibt es in großen Mengen und leider in sehr unterschiedlichen Qualitäten in Supermärkten, bei Discountern und Drogeriemärkten. Bei sogenannten Meisenknödeln oder -ringen gilt: Je mehr Körner in der Fettmasse enthalten sind, desto hochwertiger ist das Futter. Und: Achten Sie darauf, dass etwa Meisenknödel nicht in engmaschige Plastiknetze eingeschweißt sind. In diesen können sich die kleinen Vogelbeinchen verfangen und dabei schwer verletzt werden.

Die Art des Futters
Ein Futter, das von fast allen Vögeln gefressen wird, sind Sonnenblumenkerne. Bei ungeschälten Kernen verweilen die Vögel länger an der Futterstelle, allerdings fällt auch entsprechend mehr Abfall an. Für Weichfutterfresser wie Rotkehlchen, Amseln oder Drosseln kann man Rosinen, Kleie oder sogar Trockenobst in Bodennähe anbieten. Hier ist es sehr wichtig, dass das Futter nicht verdirbt. Es gibt spezielle Bodenfutterspender, die sich dafür besonders eignen.

Der Fütterungsstandort
Achten Sie darauf, dass das umliegende Gelände überschaubar ist, also mindestens an drei Seiten frei von Bebauungen oder großen Pflanzen. So haben etwa Katzen keine Chance. Ein Dickicht in der Nähe sollte Deckung bieten, wenn ein Fressfeind aus der Luft angreift. Überdachte Hauswände bieten sich auch deshalb gut an, weil die Vögel dort eine schützende Wand hinter sich haben und das Futter im Trockenen hängt. Das ist wichtig, damit es nicht verdirbt.

Vogelhäuschen, Futtersilo und Co.
So schön Vogelhäuschen auch anzuschauen sind, es sollte stets vermieden werden, das Körnerfutter dort lose auf dem Boden des Häuschens auszustreuen. Die Vögel würden es durch den eigenen Kot beschmutzen und so Krankheiten untereinander übertragen. Am besten, man hängt auch hier die verschiedenen Futterstangen, Ringe oder Knödel ins Häuschen. So ist es trocken, kann jedoch nicht verschmutzen. Eine gute Alternative: Die im Handel erhältlichen Futtersäulen, Silos oder Futterlampen sind jahrelang benutzbar und gewährleisten ebenfalls eine bestmögliche Hygiene. Das Futter bleibt trocken, durch die einfache Aufhängung und besondere Konstruktion können Katzen die Futterstelle nicht erklettern und auch Fresskonkurrenz wie etwa Eichhörnchen oder Stadttauben haben keine Chance.

Trinkwasser anbieten
Sobald es draußen friert, ist es für Vögel schwierig, Trinkwasser zu finden. Bieten Sie eine Trink- und Badeschale an und wechseln Sie hier einmal täglich das Wasser. Damit das Wasser nicht friert, stellen Sie ein Grablicht unter die Trinkschale. Wenn Sie dieses jeweils morgens anzünden und abends löschen, hält das Grablicht das Wasser zuverlässig sieben Tage lang eisfrei.

Quelle: PM Weltvogelpark Walsrode