Wilde Jungstörche in der Wilhelma werden beringt

Weißstörche - Foto: Wilhelma

Weißstörche – Foto: Wilhelma

Störche auf Damaszenerhalle:
Ungewöhnlicher Feuerwehreinsatz in der Wilhelma

Am vergangenen Mittwoch, 18. Juni 2014, herrschte große Aufregung in der Wilhelma. Die Feuerwehr rückte mit einem so genannten Hubrettungsfahrzeug an. Ein Feuer war jedoch weit und breit nicht zu sehen. Vielmehr stand wieder einmal die Beringung der jungen Störche an. Zwei Jungvögel bekamen von Ute Reinhard, der Storchenbeauftragten des Landes Baden-Württemberg, Ringe jeweils am rechten Bein angelegt. Die diesjährige Storchenbrut ist das Ergebnis einer Liaison zwischen der langjährigen Wilhelma-Störchin und einem neuen Partner, der aus der Schweiz stammt. Der alte Storchenmann war im vergangenen Jahr gestorben.

Ganz still und unbeweglich duckt sich der Weißstorchnachwuchs in das Nest, als sich der Feuerwehrkorb über sie reckt. Die beiden Altvögel gehen auf Abstand. Beobachten das Geschehen aber argwöhnisch. In dem Korb befinden sich Ute Reinhard und ein Wilhelma-Mitarbeiter. Sie haben den Auftrag, den Jungvögeln Ringe anzulegen. Diese schwarzen Kunststoffringe tragen eine individuelle Nummer. So können sich die Wilhelma-Störche überall auf der Welt „ausweisen“, denn der Ring ist vergleichbar mit einem Personalausweis. In einer Datenbank werden Geburtsort und Geburtstag für jeden Storch gesammelt.

Foto: Wilhelma

Foto: Wilhelma

Neben dem Anlegen der Ringe standen Wiegen und Schnabelsäubern auf dem Programm. Mit ungefähr drei Kilogramm sind die Jungstörche schon recht groß. Ihr Alter wird auf ungefähr sechs Wochen geschätzt. Der diesjährige Nachwuchs bei den Weißstörchen stellt in gewisser Weise das Happy End einer nicht so schönen Geschichte dar: Im vergangenen Jahr machte zunächst der kalte Frühling den Wilhelma-Störchen zu schaffen. Die Brut erfror im Nest. So gab es keinen Nachwuchs bei Meister Adebar. Im Herbst wurde zudem das Männchen tot im Rosensteinpark aufgefunden. Die Störchin blieb den Winter über alleine in Stuttgart und bekam in diesem Jahr Gesellschaft von einem neuen, in der Schweiz geborenen Männchen.

Wann genau die jungen Störche geschlüpft waren und wie viele sich in dem Nest auf der Damaszenerhalle befinden, war bis Mittwoch unklar. Denn das Nest ist von unten nicht einsehbar. Nur dank des Einsatzes der Berufsfeuerwehr Stuttgart sind für dieses Jahr die Geheimnisse des Storchenpaares gelüftete. Spannend bleibt nun nur noch die Frage, ob das neue Storchenmännchen auch den Winter über bei seiner Störchin in der Wilhelma bleibt.

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Quelle: PM Wilhelma