Wildpark „Alte Fasanerie“ Hanau/Klein-Auheim: Update aus dem Tierreich

Zoonews News„Trotz der großen Anzahl von Tieren im Wildpark „Alte Fasanerie“ Hanau/Klein-Auheim gibt es einzelne, die mir besonders nahe stehen“, schreibt Marion Ebel vom Wildpark-Team in einer aktuellen Pressemitteilung. Polarwolf Khan ist gestorben. Ein Nachruf:

„Unsere Elchkuh Vilma und unser Elchbulle Valle gehörten ebenso dazu wie Glöckchen (eine Hausziege) oder die bei uns geschlüpfte Schnee-Eule Tina. Mit allen verbindet mich auch nach ihrem Tod eine besondere Geschichte und viele einzigartige Erinnerungen. Doch der Tod von Khan hat mich am härtesten getroffen.
Khan wurde wie seine Geschwister Ayla und Scott am 9.Mai 2004 im Zoo in Stralsund geboren. Da die leibliche Wolfsmutter weder Khan noch seine Geschwister mangels Milch ausreichend versorgen konnte, kamen sie zur Handaufzucht zu uns in den Park und wurden von mir mit der Flasche großgezogen. Khan war von Beginn an eine Ausnahmeerscheinung unter den Wölfen. Er war ruhig, gutmütig, ausgeglichen, geduldig und schien immer mit allem, was ich ihm bot, zufrieden zu sein. Er war nie so unverschämt fordernd wie seine Geschwister und gab mir schon von klein auf das Gefühl: bleib in meiner Nähe und alles ist gut! Seine Liebe zu mir kam aus dem Überfluss, und er zeigte mir täglich, dass sie niemals enden würde.

Verhaltensmuster der Fürsorglichkeit und Hilfsbereitschaft, die sich über Tausende von Jahren im Zusammenhang mit den Beziehungen zwischen Mutter und Kind sowie zwischen Familienangehörigen entwickelt haben, waren seine Charaktereigenschaften. Khan liebte das Leben, er liebte gutes Futter und vor allem sein kleines Rudel – und seine Liebe zu seinem Rudel wurde durch nichts in Frage gestellt.

Sein Leiden hat mich verstört und auch hilflos gemacht. Ich glaube, Khan verstand meine Traurigkeit und konnte mich doch nicht trösten. So sind es letztendlich immer die Entscheidungen, die einem das Leben schwer machen. Als ich aber zur Kenntnis nehmen musste, dass ich nichts mehr für Khan tun konnte und unsere letzte Schlacht verloren war, war meine Entscheidung getroffen. Khan wurde am Silvesterabend eingeschläfert.

Ich bin dankbar für die Liebe und Freundschaft, die ich von Khan erfahren durfte und noch größer ist meine Dankbarkeit, dass ich es war, die diesen Wolf sein Leben lang begleiteten durfte. Er fehlt mir sehr, er fehlt auch Ayla und er fehlt Scott – aber er ist nach wie vor immer an unserer Seite.“

Abschied von Anton:
Auch Anton, der über 21jähriger Wildschweinkeiler, der viel für den Nachwuchs im Gehege getan hat, ist gestorben. Viele Jahre bestimmte er das Paarungsgeschehen und stellte die Weichen für den Frischlingssegen im Park.

In den letzten zwei Jahren hatte er oft Rückenprobleme, die ihn zeitweise fast bewegungsunfähig erscheinen ließen. Auch seine Haut war durch viele Kämpfe gezeichnet, so dass der optisch auffällige Keiler, vielen Besuchern bekannt war und sein Gesundheitszustand vielen am Herzen lag.

Drei auf einen Schlag:
Finchen, die einzige Hausziege, hat Drillinge bekommen. Die Geburt war problemlos, und jetzt hoffen alle, dass die Alleinerziehende die Jungschar ohne viele Mühen groß ziehen kann.

Quelle: PM Wildpark „Alte Fasanerie“ Hanau/Klein-Auheim