Wildpark Lüneburger Heide: Seltene Poitou-Esel-Fohlen geboren

Foto: Wildpark / Thomas

„Spock“ ist ein stattlicher Franzose. Er bringt gut 400 Kilogramm auf die Waage, hat ein Stockmaß von
rund 150 Zentimetern, Zottelfell und beliebt bei den Frauen ist er auch. „Spock“ gehört zur Rasse der
Poitou-Esel, die ihren Namen von der gleichnamigen Region in Frankreich hat. Dort sind die
schwersten Esel der Welt ursprünglich als Last- und Zugtiere gezüchtet worden. Die Poitous stehen
auf der Liste der stark gefährdeten Tierarten, waren vor wenigen Jahrzehnten fast ausgestorben und
werden zur Zeit hauptsächlich in Tierparks und von einigen privaten Züchtern gehalten. Weltweit gibt
es auch heute nur sehr wenige reinrassige Poitous, „Spock“ ist einer von ihnen.
Im Wildpark Lüneburger Heide in Hanstedt-Nindorf hat der Hengst jetzt zum Erhalt seiner Rasse
beigetragen und gleich zwei Mal für Nachwuchs gesorgt. Die Eselstuten „Henriette“ und „Undine“
haben zwei gesunde Stutfohlen im Abstand von rund zehn Tagen auf die Welt gebracht. Vornamen
haben die beiden flauschigen Eselkinder noch nicht, aber der Familienname steht schon fest: „de
Lüneburg“ sollen sie heißen – ein Mix aus ihrem französischen Ursprung und der Region, in der sie
geboren wurden. In Anbetracht der Tatsache, dass „Spock“ erst vor gut einem Jahr in den Wildpark
gekommen ist und Poitou-Esel eine Tragzeit von 360 Tagen haben, kann man mit Fug und Recht
behaupten, dass der sechsjährige Hengst ganze Arbeit geleistet hat. „Wenn es nach uns geht, kann
das gern so weitergehen“, freut sich Obertierpflegerin Alexandra Urban über den Nachwuchs.
„Poitou-Esel sind ganz spezielle und besondere Tiere. Dem Wildpark ist sehr daran gelegen, eine
gesunde Zucht aufzubauen und dem weltweiten Genpool langfristig möglichst reinrassige Tiere zur
Verfügung zu stellen“, sagt Urban. Auch Tierpflegerin Silke Lohmann, die für die Pflege der Poitou-
Herde im Wildpark zuständig ist, hat den Nachwuchs sofort ins Herz geschlossen. „Die beiden Kleinen
und ihre Mütter sind total gelassen im Umgang mit Menschen und lassen fast alles mit sich machen“,
sagt Lohmann und beweist das gleich eindrucksvoll, indem Sie eines der Fohlen auf den Arm nimmt.
Auch fürs nächste Jahr stehen schon jetzt alle Zeichen auf erneuten Nachwuchs. „Spock“ lässt schon
wieder seinen französischen Charme spielen und umgarnt seine Eseldamen kräftig.

Quelle: PM Wildpark Lüneburger Heide