Wildschwein-Kinderstube im Zoo Basel

Zoonews NewsKurz vor Ostern sind im Zoo Basel sechs Wildschweinchen geboren. Die Jungtiere wurden erstmals am 11. März vom Tierpfleger im Stall entdeckt. Wildschweine sind Nestflüchter und die Frischlinge erkunden schon nach wenigen Tagen die Aussenanlage. Aufgeregt rennen die Schweinchen nun durch die neue Umgebung und flüchten bei Gefahr wieder in die Nähe der Bache, wie die Mutter bei den Wildschweinen genannt wird.

Junge Wildschweine verhalten sich wie ein „Sack voller Flöhe“. Sie tollen umher, spielen und galoppieren, so dass sie für die vermutlich zwei Mütter der sechs Jungen kaum zu kontrollieren sind. Ohne Hemmungen klettern sie auch über den Rüssel des schlafenden Keilers. Der Vater lässt sich dadurch allerdings kaum aus der Ruhe bringen. Die munteren Streifzüge der Frischlinge sind jetzt im Zoo Basel besonders gut zu beobachten.

Ordnung muss sein
Die Trächtigkeitsdauer bei Wildschweinen beträgt im Durchschnitt drei Monate, drei Wochen und drei Tage. Abhängig vom Nahrungsangebot können ein bis zweimal jährlich bis zu zwölf Frischlinge geboren werden. Die Säugezeit beträgt vier bis fünf Monate, wobei sich nach wenigen Wochen eine Saugordnung bildet. Jedes Jungtier hat nun seine Zitze, wobei die guten Plätze stets die hinteren der insgesamt fünf Zitzenpaare sind und somit den stärkeren Frischlingen vorbehalten bleiben. Dank der leicht verdaulichen Milch verdoppelt sich das Geburtsgewicht von 750 bis 1100 Gramm bereits nach zwei Wochen.

Frischlinge im Tarnanzug
Die jungen Wildschweine unterscheiden sich äusserlich durch ihr gelb-braun gestreiftes Fellkleid von den Eltern, ein Tarnanzug, welcher die Frischlinge mit dem umgebenden Unterholz verschmelzen lässt. Mit sechs Monaten verlieren die Jungen allmählich ihre Streifenzeichnung, färben sich braun bis schwarz und ordnen sich nun in die Hierarchie der Wildschweinrotte ein. Mit zwölf Monaten muss der männliche Nachwuchs die Gruppe verlassen und sich in einer Junggesellengruppe bewähren, bevor er zum Keiler heranwächst.

Quelle: PM Zoo Basel