Wilhelma: Altersjubiläen in zwei ungewöhnlichen Tier-WGs

Der Rote Vari Mascha ist in der Stuttgarter Wilhelma am 2. Mai 2016 25 Jahre alt geworden - Foto: Wilhelma

Der Rote Vari Mascha ist in der Stuttgarter Wilhelma am 2. Mai 2016 25 Jahre alt geworden – Foto: Wilhelma

Zwei besondere Charaktere der Stuttgarter Wilhelma haben diese Woche runde Geburtstage. Das Jungtieraufzuchthaus der Stuttgarter Wilhelma trotzt damit seinem Namen: Denn der Rote Vari Mascha ist am Dienstag, 2. Mai 2016, bereits stolze 25 Jahre alt geworden. Die Seniorin ist Besuchern auch bekannt, weil sie mit zwei Hühnern zusammenwohnt. Und Weißgesichtseidenaffe Evita wird am Samstag, 7. Mai 2016, 20 Jahre alt. Damit zählt sie zu den ältesten Vertretern ihrer Art weltweit.

Rote Varis sind Lemuren. Die Halbaffen leben hoch oben in den Bäumen des Regenwalds von Madagaskar – genauer gesagt auf der Halbinsel Masoala im Osten der Insel … und nur dort. Von der stark bedrohten Tierart hatte die Wilhelma ein Paar, das aber nie Nachwuchs bekam. Als 2012 ihr Partner starb, verfiel Mascha in Lethargie und fraß kaum noch. Die Gesellschaft anderer Affen konnte sie nicht aufmuntern. Erst als die Zoologen zwei Hühner mit ins Gehege taten, kehrten ihre Lebensgeister zurück. Seither zeigt sich Mascha wieder als aktive, wenn auch betuliche Seniorin. Von Roten Varis sind Tiere bekannt, die fast 36 Jahre alt geworden sind. Die auf Jersey geborene Mascha könnte also ihren Alterssitz mit dem lieben Federvieh noch einige Zeit genießen.

Evita lebt schräg gegenüber ebenfalls in einer bemerkenswerten Wohngemeinschaft. Sie wurde 1996 in Barcelona geboren und kam 1998 in die Wilhelma. Hier hatte sie insgesamt zwölf Jungtiere. Ihr Partner Fortazela starb 2013. Da sie sehr niedergeschlagen reagierte, kam die Idee auf, sie in die Südamerika-WG zu integrieren. Dort tummelt sie sich derzeit mit den Faultieren, einigen Tinamus (Steißhühnern) und dem Goldkopflöwenäffchen Zoe, der nach Streit unter Männern von einem eigenen Artgenossen getrennt werden musste und nicht vereinsamen sollte.

Evita hat in ihrem rekordverdächtigen Alter nur noch wenige Zähne. Daher müssen die Pfleger härteres Futter wie Äpfel und Möhren für sie klein reiben. Die Futterschale hat zudem ein Gitter bekommen, damit die Faultiere Evita nicht alles wegfuttern. Gegen Zoe setzt sich die alte Dame beim Fressen dagegen mit ordentlichem Gezeter durch. Ansonsten sind die beiden Äffchen aber ein Herz und eine Seele und teilen sich mit Vorliebe das Nachtquartier in einem ausgehöhlten Baumstamm.

Quelle: PM Wilhelma