Wilhelma: Babyboom bei den Bonobos im neuen Affenhaus

Foto: H. Vollmer / Wilhelma

Es tut sich was im neuen Menschenaffenhaus: Am Freitag, den 24. Mai, kam bei den Bonobos der erste Nachwuchs im neuen Domizil zur Welt, und am Dienstag, dem 4. Juni, die achtjährige Gorillafrau „Tuana“ aus dem Erlebnis-Zoo Hannover an. Während die Besucher die kleine Tochter der Bonobo-Frau „Banbo“ bereits sehen können, wird Tuana die erste Zeit in Quarantäne hinter den Kulissen verbringen müssen – aber dank der Konstruktion des Hauses immerhin von Anfang an mit Sichtkontakt zu ihrer zukünftigen Familie.
Das erste Bonobo-Baby, das im neuen Haus geboren wurde, ist ein Mädchen – vom Tierpflegerteam wurde es Alima genannt. Die Mutter ist Banbo: Alima ist ihr erstes Kind und sie selbst wurde ursprünglich in Twycross, England zusammen mit ihrer Schwester von Hand aufgezogen. Trotzdem hat sich Banbo von Anfang an anstandslos und sehr fürsorglich selbst um ihren Nachwuchs gekümmert. Die kleine Alima ist zudem die Erstgeborene von drei Bonobo-Babys, die während des Umzugs ins neue Affenhaus beim Gesundheits-Check auf Ultraschallbildern entdeckt wurden. Zwei weitere werden somit folgen und hoffentlich ebenfalls gesund zur Welt kommen. Bereits kurz vor dem Umzug hatte Bonobofrau Liboso zudem ihren Sohn Lubao zur Welt gebracht. Ein kleiner Baby-Boom also, der umso spannender erscheint, als es bei den Bonobos davor fünf Jahre lang gar keinen Nachwuchs gegeben hatte – als hätten alle damit bis zum Umzug in ein größeres Zuhause gewartet. Wer jeweils die Väter der Babys sind, lässt sich nur per DNA-Analyse herausfinden. In Frage kommen drei Männer: Mobikisi, Zorba oder gar der jüngste im Bunde, Chipitas neunjähriger Sohn Kasai.
Auch bei den Gorillas gab es Zuwachs, allerdings ist dieser schon erwachsen und kam am 4.6. wohlbehalten aus Hannover an: die achtjährige Gorillafrau Tuana. Etwa zehn bis 14 Tage muss sie im Quarantänebereich bleiben, bevor die Integration in die Familie beginnen kann. Die Eingliederung erfolgt Schritt für Schritt – vom ersten Schnupperkontakt durchs Gitter bis zur Zusammenführung mit einzelnen Familienmitgliedern. Ihr Wechsel nach Stuttgart kam auf Empfehlung des EEP (Europäisches Erhaltungszuchtprogramm) für Gorillas zustande. Da Tuana bereits geschlechtsreif ist, musste in Hannover zuletzt verhütet werden, um Inzucht mit Vater Buzandi zu vermeiden. Auf ihrer Reise in die Wilhelma begleitet haben die Gorillafrau drei vertraute Pfleger, darunter Klaus Meyer, der Tuana von klein auf kennt. Er und seine Kollegen attestieren Tuana ein ruhiges, freundliches und kinderliebes Wesen, das auch bei Kibo und seinen Damen hoffentlich schnell auf Gegenliebe und weniger auf Eifersucht stoßen wird. Und noch einen Vorteil hat Tuana im Gepäck: Im Gegensatz zu den meisten Stuttgarter Gorillas kennt sie Freiluftgehege mit Grasboden und Wassergraben bereits, sie könnte also bei der Gewöhnung der anderen an die neue Außenanlage eine vertrauensbildende Vorreiterrolle einnehmen. Bevor die Gruppe aber dieses „Neuland“ betritt, sollte Tuana integriert sein. Zudem hat die feuchtkalte Witterung im Mai das Anwachsen der Neupflanzungen verzögert – es wird also noch dauern, bis die Gorilla-Außenanlage in Betrieb genommen werden kann. Etwas schneller gehen könnte es dafür bei den Bonobos und den Handaufzuchten. Aber auch sie werden in ihren Außenanlagen voraussichtlich nicht vor Ende Juni zu sehen sein.

Quelle: PM Wilhelma