Wilhelma: Bonobo-Baby Nila bekommt ein Geschwisterchen

Foto: Wilhelma/Harald Knitter

Foto: Wilhelma/Harald Knitter

Die Spannung im Menschenaffenhaus bleibt: Gerade erst konnten die Familienbande des jüngsten Bonobo-Babys geklärt werden, da steigt schon die Vorfreude auf weiteren Nachwuchs. Die jüngste Geburt war alles andere als heimlich geschehen: Unter freiem Himmel vor den Augen von Besuchern und Pflegern der Wilhelma hatte das Bonobo-Weibchen Nayembi am 29. August in der Außenanlage der afrikanischen Menschenaffen ihren ersten Nachwuchs bekommen. Doch über Wochen blieb es ihr Geheimnis, ob sie Junge oder Mädchen im Arm hält und wer dessen Vater ist. Meist halten die Muttertiere ihren Nachwuchs nämlich so dicht am Körper, dass das Geschlecht zunächst nicht zu erkennen ist. Und als Väter kommen in den Bonobo-Gruppen verschiedene Männchen in Frage.

Dank detailreicher Fotos, die die Besucherin Katharina Schäfler der Wilhelma schickte, wissen die Zoologen inzwischen, dass das Bonobokind eindeutig ein Mädchen ist. Von den Pflegern erhielt es daraufhin den Namen Nila. Beim Lösen des zweiten Rätsels hat etwas Zufall geholfen. Die bei einer Niederkunft mit ausgeschiedene Plazenta gilt unter Bonobos als Delikatesse und wird von der Mutter oder anderen Gruppenmitgliedern verspeist. Kombote, die Matriarchin der Affenbande, hatte die Geburt beobachtet und sich den Mutterkuchen gesichert. Zum Glück ließ sie aber so viel über, dass mit einer Zellprobe daraus ein Vaterschaftstest beim Deutschen Primatenzentrum in Göttingen möglich war.

„Jetzt haben wir die Rückmeldung erhalten, dass Kasai der Vater ist“, berichtet die Menschenaffen-Kuratorin Marianne Holtkötter. „Nila ist also eine Halbschwester von den kleinen Jungs Lubao und Bobali, die beide rund zweieinhalb Jahre alt sind.“ Doch damit hat sich die Spannung bei den Bonobos noch nicht gelegt. „Wir erwarten demnächst eine weitere Geburt; denn Huenda ist hochschwanger“, sagt Holtkötter. Für uns wird besonders interessant, wer da der Vater ist. Es wäre schön, wenn es diesmal unser zweiter Bonobo-Mann, Mobikisi, ist. Er hat bisher erst eine Tochter und seine Gene sind für das Zuchtprogramm besonders wichtig.“ Derzeit leben 14 Bonobos in der Wilhelma.

Quelle: PM Wilhelma