Wilhelma: Die Fische von der Gewürzinsel zeigen sich endlich

Foto: Wilhelma

Der Wissenschaft sind sie seit 1868 bekannt, in den Aquarien sind sie bis heute aber eher selten zu sehen: Madagaskar-Buntbarsche. Im Aquarium der Wilhelma ist jetzt eine Gruppe dieser wunderschönen Fische zu bewundern.
Die Familie der Buntbarsche zählt mit über 1700 Arten zu den größten Fischfamilien weltweit. Ihre Vertreter leben ausschließlich im Süßwasser, viele davon sind beliebte Aquarien- und/oder begehrte Speisefische. Die meisten sind zudem recht robust und – Nomen est Omen – attraktiv gefärbt.
Madagaskar-Buntbarsche (Paratilapia polleni) sind Endemiten, das heißt sie kommen nur auf Madagaskar vor. Sie sind dort einerseits geschätzter Bestandteil der heimischen Küche, andererseits gilt die Art durch Beeinträchtigung des Lebensraumes als gefährdet. Da diese Barsche recht groß werden – Männchen bis zu 30 Zentimeter, Weibchen bleiben etwas kleiner – und nicht so bunt wie ihre afrikanischen und südamerikanischen Verwandten, sind sie bislang in der Aquaristik nicht so weit verbreitet wie diese. Dabei sind die tiefschwarzen Tiere mit ihren leuchtend weißen Flecken, der goldschimmernden Iris und der gelbgesäumten Rückenflosse überaus beeindruckende Erscheinungen. Mit geübtem Auge lassen sich auch die Geschlechter unterscheiden: Die Männchen entwickeln mit zunehmendem Alter einen Stirnbuckel und haben etwas länger ausgezogene Flossen.
Die Madagaskar-Buntbarsche in der Wilhelma sind allerdings keine echten Madagassen, sondern Nachzuchten aus dem Zoo Wuppertal. Zwar kamen sie bereits Ende 2007 nach Stuttgart, doch die ersten Jahre haben sie hinter den Kulissen verbracht, um erst einmal zu ordentlichen Fischen heranzuwachsen. Jetzt wurde ihnen im Schaubereich ein eigenes Becken eingerichtet: Wie in freier Natur stehen sie dort ruhig zwischen Wurzelwerk, und ein Paar hat sich auch bereits eine Ecke als Laichablageplatz reserviert. Vielleicht gibt es in diesem Jahr ja dann junge Madagaskar-Buntbarsche am Neckar …

PM: Wilhelma Stuttgart