Wilhelma: Die Gorillafamilie ist ins neue Menschenaffenhaus umgezogen

Foto: Wilhelma / F. Pointke

Zwei Wochen nach den Bonobos sind in einer rund neunstündigen Aktion nun auch die
Gorillas ins neue Menschenaffenhaus umgezogen. Während die Bonobos sich dort bereits
richtig heimisch zu fühlen scheinen und ihre großen Gehege genießen, werden die
Gorillas ihr neues Domizil erstmals morgen, am 1. Mai, erkunden – und es hoffentlich
ebenso gut annehmen wie ihre kleineren Verwandten. Der geplanten feierlichen Übergabe
und Einweihung der Anlage durch Minister Nils Schmid am Nachmittag des 14. Mai steht
somit nichts mehr im Wege. Für die Besucher ist das neue Menschenaffenhaus dann am
Tag nach der offiziellen Einweihung, also ab dem 15. Mai, geöffnet.
Wie bereits bei den Bonobos so begann auch der Umzug der Gorillas morgens früh um 5 Uhr,
der Kreis der Helfer war erneut groß: Er bestand vor allem aus 18 Tierpflegern und sechs
Veterinärmedizinern, wobei das von den Wilhelma-Tierärzten Tobias Knauf-Witzens und Annika
Krengel geleitete Umzugsteam diesmal zusätzlich Verstärkung von drei Kardiologen sowie dem
früheren Wilhelma-Tierarzt Wolfram Rietschel erhielt. Das Zusammenspiel klappte dank der
Erfahrung und Routine aus dem ersten Umzug dabei fast noch besser und schneller. „Wir sind
sehr erleichtert, dass wir nun auch die gesamte Gorillafamilie wohlbehalten nach oben, ins neue
Haus, bringen konnten“, sagt Menschenaffenkuratorin Marianne Holtkötter aufatmend. „Alles ist
dank der vielen konzentrierten Helfer wieder reibungslos und ruhig abgelaufen..“
Zwar galt es diesmal nur sieben statt zwölf Tiere – jeweils ein Affenbaby nicht mitgerechnet – in
Narkose zu legen, zu untersuchen, in gepolsterte Kisten zu betten und mit Hilfe von Gabelstapler
und Transportfahrzeug in die neue Heimat zu bringen. Doch der Kraftakt war deshalb
keineswegs geringer, zumal die Gorillas deutlich größer und schwerer sind als die Bonobos.
Während diese im Durchschnitt zwischen 30 und 50 Kilogramm auf die Waage bringen, wiegen
die erwachsenen Gorillafrauen rund 70 bis 90 Kilo und Kibo wiegt sogar 160 Kilogramm. Für den
Silberrücken haben die Wilhelma-Schreiner und -Schlosser deshalb eigens eine stabile XXLKiste
gebaut, die allein schon 344 Kilogramm schwer ist. Mit Kibo darin erhöhte sich das
Gesamtgewicht somit auf rund 500 Kilogramm. Als erste heil das neue Domizil erreichte jedoch
Mimi, die Gruppenälteste, gefolgt von Mawenzi und Mutasi mit ihrer jüngsten Tochter Milele, die
ohne Narkose auf Mutters Bauch liegend befördert wurde. Dann kamen Kolo und Kimbali dran,
bevor Kibo und Gorillafrau Undi den Abschluss bildeten. Im neuen Haus angekommen, wurde
jedes Tier im Behandlungsraum untersucht und dann in die Abtrenngehege hinter den Kulissen
gelegt, wo vertraute Tierpfleger sie beim Aufwachen betreuten. „Jetzt sind wir gespannt, ob den
Gorillas ihre neue Umgebung ebenso gut gefällt wie den Bonobos“, sagt Marianne Holtkötter.
„Und wie beide Gruppen jeweils ihre großen begrünten Außengehege annehmen werden, wenn
sie diese in ein paar Wochen betreten können. Das eigentliche Abenteuer beginnt ja jetzt erst.“

Quelle: PM Wilhelma