Wilhelma: Die Magnolien gehen, die Azaleen kommen

Azaleenblüte - Foto: Wilhelma

Azaleenblüte – Foto: Wilhelma

Die Magnolien gehen, die Azaleen kommen:
Fliegender Wechsel beim Blüten-Spektakel

Während die diesjährige große Blütenshow der Magnolien im Maurischen Garten nun langsam aber sicher zu Ende geht und die Bäume sich ihrer großen Blüten nach und nach entledigen, haben sich die Azaleen im Historischen Gewächshaus gerade erst so richtig in Schale geworfen. Es lohnt also nicht, den Magnolien nachzutrauern, denn der Nachschub in puncto rosa-rot-weißem Blütenmeer ist bereits gesichert!
80 Arten und Sorten zählt der Azaleenbestand der Wilhelma – er gehört damit zu den wichtigsten Sammlungen in Deutschland. Wie alle heute in Europa gepflegten „Rhododendron simsii“, so heißen Azaleen im Fachjargon, sind auch die Wilhelma-Vertreter die Nachfahren von Pflanzen, die Ende des 17. Jahrhunderts erstmals aus Japan, West- und Zentralchina nach Europa kamen. Aus diesen züchteten Gärtner im Laufe der Zeit etwa 2.000 Sorten, wobei der Löwenanteil jedoch wieder verschwand. In Deutschland sind heute rund 700 Sorten erfasst.
Doch nicht an jedem Standort fühlen sich Azaleen wohl: Trockene, beheizte Räume schätzen sie gar nicht, sie bevorzugen es kühl, kalkarm, hell und feucht. Eben ein Klima, wie die südostasiatischen Schönheiten es in den Gewächshäusern der Wilhelma vorfinden – ideale Bedingungen, um zu wachsen, zu gedeihen, aber auch um in Schönheit zu altern: Einer der ältesten Sträucher stammt noch aus Zeiten von König Wilhelm I., ist also gut über 160 Jahre alt. Den Winter und die erste Hälfte des Frühjahrs verbringen die Azaleen in den Schaugewächshäusern, ihren „Jahresurlaub“ ab Mitte Mai an einem geschützten, halbschattigen Plätzchen im Freiland, wo sie sich erholen und Kraft für die nächste Blühsaison sammeln.
Nachdem einige jüngere Azaleenbüsche bereits vorgeprescht waren, haben die größeren, älteren Sträucher im Gewächshaus nun nachgezogen: Damit ist die Blühsaison 2014 endgültig eröffnet, die Blütenfülle im Azaleenhaus wieder einmal atemberaubend. Den kräftigen Duft, der den Besuchern beim Betreten des Hauses augenblicklich in die Nase steigt, verströmen allerdings nicht die Azaleen – ihre Blüten duften kaum –, sondern die zu ihren „Füßen“ wachsenden Hyazinthen und Primeln. Und in perfekter Allianz aus Augenweide und Dufterlebnis werden die Pflanzen die Besucher voraussichtlich noch mindestens bis Ostern betören.

Quelle: PM Wilhelma