Wilhelma: Eisbärmann wieder zurück in München

Corinna und Yoghi - Foto: Wilhelma 2014

Corinna und Yoghi – Foto: Wilhelma

Von Anfang an war klar: Yoghi, der im März nach Stuttgart kam, wird für Corinna, das Eisbärweibchen der Wilhelma, nur ein Partner auf Zeit. Am heutigen Dienstag, 7. Oktober 2014, ist er nun wieder sicher und wohlbehalten in seinem Heimatzoo, dem Münchner Tierpark Hellabrunn, angekommen. Hier erwarten ihn Eisbärin Giovanna und sein mittlerweile fast zehn Monate alter Nachwuchs, die Eisbärzwillinge Nela und Nobby.
Bereits seit drei Wochen gehen Corinna und Yoghi getrennte Wege. „Eisbären sind Einzelgänger und jetzt beginnt auch in freier Wildbahn die Zeit, in der sich Männchen und Weibchen komplett aus dem Weg gehen“, betont Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Bei Corinna und Yoghi war es sowieso von Beginn an eine reine Gemeinschaft auf Zeit. Im Frühjahr wurden Paarungen beobachtet, darüber hinaus sind sich die beiden Bären meistens aus dem Weg gegangen.“
Daher ist nicht auszuschließen – aber auch nicht sicher –, dass sich Nachwuchs in Stuttgart einstellen kann. Corinna wiegt rund 300 Kilo. Da Eisbären üblicherweise ein Geburtsgewicht von nur 500 bis 600 Gramm haben, ist einem Muttertier nicht anzusehen, ob es trächtig ist. Träfe dieser Fall ein, wäre auf der Eisbärenanlage der Wilhelma nicht mehr genügend Platz für das Männchen, das Weibchen und den Nachwuchs. Denn Eisbärinnen kümmern sich alleine um ihren Nachwuchs und akzeptieren keine Männchen in ihrer Nähe. Auch können die deutlich schwereren Eisbärmänner gefährlich für ihren eigenen Nachwuchs werden. Die Gelegenheit des Umzugs hat die Wilhelma übrigens genutzt, um Yoghi zu wiegen: Er ging mit genau 477,5 Kilogramm auf Reisen.
Die Münchner Eisbärenzwillinge Nela und Nobby sind derzeit gemeinsam mit ihrer Mutter Giovanna auf der Tundra-Anlage der Hellabrunner Polarwelt untergebracht, getrennt durch ein Schiebetor und ein Trainings- und Kontaktgitter von der Felsenanlage, die Yoghi vorerst bewohnen wird. „Die Münchner lieben ihren Yoghi, und es ist wunderbar, dass er wieder hier ist“, sagt Rasem Baban, Direktor im Tierpark Hellabrunn, voll Freude. Er unterstreicht: „Yoghi ist ein sehr friedfertiges Tier, und wir gehen davon aus, dass er freundlich mit seinen Kindern umgehen wird.“ Trotzdem – und um zu testen, wie Giovanna reagiert – darf sich die Familie voraussichtlich ab Donnerstag erst einmal nur durch das oben genannte „Schmusegitter“ sehen und beschnuppern. Ob und wann es dann zu einer kompletten Familienzusammenführung kommen kann, wird zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.

Quelle: PM Wilhelma