Wilhelma-Elefantenkuh Pama ein halbes Jahrhundert alt

Foto: Wilhelma

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Ananas-Torte mit Möhren und Gurke: Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. Elefantenkuh Pama behielt für sich, wie genau die Kombination schmeckte – jedenfalls offenbar sehr gut, denn die Jubilarin verputzte ihre Geburtstagstorte in der Wilhelma in Stuttgart bis zum letzten Krümel. Zur Feier des 50. Geburtstags hatte sie heute, 2. August 2016, das überdimensionierte Backwerk von ihren Tierpflegern erhalten. „Ein halbes Jahrhundert ist für Elefanten ein ehrwürdiges Alter, das man ruhig feiern sollte“, sagte Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Deren Lebenserwartung liegt bei 55 bis 60 Jahren. Weil Pama für ihr Alter fit ist, könnte sie noch in den Bereich vorstoßen.“

Erst sondierte Pama mit ihrem Rüssel die gesunden Zutaten auf dem (salzfreien) Brotteig, roch an Äpfeln, Pflaumen, Tomaten, Kopfsalat und Bananen. Dann griff sie sich zuerst eine Ananas, die sie mit Stumpf und Stil verspeiste. „Auch heute bekommt sie nichts, was sie sonst gar nicht frisst“, erklärte Revierleiter Volker Scholl, der seit mehr als 30 Jahren mit Pama arbeitet. „Aber die Mengen haben wir am Geburtstag zugunsten der Leckereien verschoben.“ Pro Tag vertilgt Pama 100 bis 110 Kilo an Futter, vor allem Heu, Stroh und frisches Gras. Nur zehn Prozent entfallen auf Obst und Gemüse. Heute gab es mal eine ordentliche Portion extra. Auf die Linie braucht Pama bei ihren rund 3,8 Tonnen Gewicht nicht zu achten. „Sie ist ein schöner, gut proportionierter Elefant“, befand Scholl.

Die Wilhelma und die Elefanten gehören einfach zusammen: Als der Botanische Garten 1952 zum ersten – und bis heute einzigen – Zoologisch-Botanischen Garten in Deutschland wurde, zählten die Elefanten zu den ersten Tieren in dem einst königlichen Park. Nicht ohne Grund stellen die Dickhäuter das Wappentier der Wilhelma dar. 1968 kam Pama mit zwei Jahren in die Wilhelma und zog in das damals gerade eingeweihte Elefantenhaus ein. Elefantenkuh Zella kam 1972 hinzu und ist jetzt 49 Jahre alt. „Pama ist allgemein ein ruhiger Elefant“, erzählt Scholl. „Sie kann sich aber auch schnell einmal über Kleinigkeiten aufregen. Sollte ein Hase über das Gehege hoppeln, kann es sein, dass sie quietscht und mit Sand wirft.“ Pama und Zella verbringen in der kleinen „Seniorengruppe“ ihr Altenteil.

Die Planungen für die Elefantenhaltung der Zukunft gehen derweil weiter. Kölpin, der zugleich der wissenschaftlicher Kurator für die Dickhäuter ist, sagte: „Für die beiden alten Damen ist die Anlage in Ordnung. Für die Zukunft wollen wir aber eine Elefantenanlage bauen, auf der wir eine kleine Herde halten können. Denn die natürlichste Beschäftigung für Elefanten ist neben dem Fressen das Aufziehen von Jungtieren im Familienverband.“ Die 1,5 Hektar große Anlage soll vier bis sechs Elefantenkühe mit ihren Jungtieren und einen Zuchtbullen aufnehmen können. Der Bau soll angegangen werden, wenn der Rosensteintunnel unterhalb der Wilhelma fertig ist.

Quelle: PM Wilhelma