Wilhelma: Erster Nachwuchs auf neugestalteter Bongo-Anlage

Foto: Wilhelma

Praxistest bestanden: Der erste Frühling auf der umgestalteten Bongo-Anlage brachte den ersten Nachwuchs und der fühlt sich sichtlich wohl im afrikanischen Flair. Im März kamen zwei Kälber der äußerst seltenen Waldantilopen in der Wilhelma in Stuttgart auf die Welt. Seit einigen Tagen zeigen sie sich erstmals in dem etwas abseits gelegenen Außengehege, das selbst für Stammgäste ein Geheimtipp ist. Zwei Monate blieben die Neugeborenen als so genannte Ablieger im Stroh der Wurfbox liegen, bevor sie ihren Müttern jetzt nach draußen folgen.
Die Zöglinge der scheuen Fluchttiere profitieren von der ruhigen Lage hinter dem Okapi-Gehege und der gegliederten Struktur der Anlage. Sträucher, Unterstand und verschiedene Palisaden aus aufragenden Baumstämmen bieten Rückzugsraum. Besucher können die Kühe mit ihren Kälbern jedoch durch Gucklöcher in einer Sichtschutzwand ausführlich beobachten: Asantes Tochter Uzuri wurde am 19. März geboren, Wilmas Sohn Robo kam am 28. März dazu. Die Gruppe komplettieren Cindy und Ndala. Der Bock Tambo ist direkt nebenan zu sehen in Gesellschaft von Marabus und Sudanhornrabe. Die großen Vögel stammen wie die Bongos aus Afrika. Tambo darf im Juni wieder zu seinen Kühen und für weiteren Nachwuchs sorgen.

Die ostafrikanischen Waldantilopen kommen ausschließlich in Kenia vor. Die Zerstückelung ihres Lebensraums und Wilderei haben sie extrem rar gemacht. In der Natur gibt es schätzungsweise nur noch 100 ostafrikanische Bongos. Zu dem Erhalt ihrer Art trägt deswegen die Nachzucht in Zoos entscheidend bei. Weltweit leben in Zoos inzwischen um die 700 Bongos. In Stuttgart sind, seit die Wilhelma 1980 mit der Haltung begonnen hat, bereits rund 50 Kälber geboren worden.

Ihr Licht und Schatten imitierendes Fell bietet ihnen im Wald eine gute Tarnung. Wenn sie aus der Deckung treten, sind Bongos echte Hingucker mit ihren prächtig gedrehten Hörner, fast parallelen weißen Nadelstreifen auf dem rotbraunen Fell sowie dem wie getrimmt wirkenden Bürstenkamm, der über den ganzen Rücken läuft. Bis auf die Hörner ist all dies auch schon bei den Kälbern zu bewundern, die zudem mit ihren zunächst noch überproportional großen Ohren drollig aussehen.

Die Modernisierung der Anlage hat der Fachbereich Parkpflege des Zoologisch-Botanischen Gartens 2016 umgesetzt. Für die authentische Gestaltung in afrikanischer Optik zeichnet der Kunsthandwerker Boniface Ametepe aus Erfurt verantwortlich. Der gebürtige Togoer hat der Anlage mit der traditionellen Holzbearbeitung, dem Schnitzen von Masken und Legen von Mosaiken eine besondere Note gegeben.

Quelle: PM Wilhelma