Wilhelma: Fledermäuse ziehen im Amazonienhaus ein

Brillenblattnasen - Foto: Wilhelma

Brillenblattnasen – Foto: Wilhelma

Brillenblattnasen im Amazonienhaus:
Brasilianische Fledermäuse im Wilhelmadschungel

Brasilien liegt so nah: Im Amazonienhaus der Wilhelma kann man jeden Tag eine Reise in den brasilianischen Regenwald unternehmen. In dem großen Tropenhaus entsteht der Eindruck, man sei tatsächlich im Amazonas-Regenwald. Damit diese Illusion perfekt wird, leben hier viele verschiedene Tier- und Pflanzenarten gemeinsam unter einem Dach. Seit ungefähr zwei Wochen gesellen sich zu den vielen Vögeln, Echsen und Fröschen nun auch 50 Fledermäuse. Brillenblattnasen, um genau zu sein. Um sie zu entdecken, muss man aber schon genau hinschauen. Denn richtig munter werden die kleinen, fliegenden Säugetiere erst wenn es dunkel wird.

Den Tag verschlafen sie kopfüber hängend hinter dichten Pflanzenvorhängen in künstlichen Felsnischen. Oftmals nur wenige Meter von den vorbeigehenden Besuchern entfernt. Hier bilden die Brillenblattnasen kleine Gruppen von zehn bis 15 Tieren. Meistens scharrt ein Männchen mehrere Weibchen samt Jungtiere um sich. Im Amazonasregenwald können diese Gruppen bis zu 100 Tiere umfassen.

Sobald die Dämmerung einbricht, werden die Blattnasen munter und schwirren dann auch um die Köpfe der Wilhelma-Besucher. Aber keine Angst. Die kleinen, tropischen Säugetiere sind vollkommen harmlos. Sie ernähren sich ausschließlich von Früchten. Diese finden die Brillenblattnasen mit Hilfe ihres ausgezeichneten Geruchssinns. Ansonsten orientieren sich Fledermäuse, auch in völliger Dunkelheit, mit einem so genannten Echoortungssystem. Sie stoßen für uns Menschen nicht hörbare Ultraschallaute aus und bekommen durch die zurückgeworfenen Echos ein sehr genaues Bild von ihrer Umgebung. Brillenblattnasen sind sehr wendige Flugkünstler. Sie können im dichten Blattwerk und auf engstem Raum manövrieren. So weichen sie jedem Hindernis, auch jedem Wilhelma-Besucher, geschickt aus.

In den Tropen Südamerikas gehören Brillenblattnasen zu den häufigsten und damit auch am besten erforschten Fledermausarten. Die Gruppe der Blattnasenfledermäuse umfasst insgesamt 150 Arten, die ihren Namen dem charakteristischen Nasenaufsatz, der wie ein Blatt aussieht, verdanken. Weltweit sind derzeit über 1200 verschiedene Fledermausarten bekannt. Regelmäßig werden jedoch neue Arten entdeckt.

Quelle: PM Wilhelma