Wilhelma: Flugfuchs-Nachwuchs im Schmetterlingshaus

Foto: Wilhelma

Foto: Wilhelma

Die Flugfüchse sind in der Wilhelma von Geheimfavoriten einiger Besucher zu Publikumslieblingen geworden. Jetzt stehen sie mit ihrem Nachwuchs besonders im Blickpunkt. Die Fangemeinde der großen Fledertiere ist im vergangenen Jahr stetig gewachsen. Im Sommer 2014 waren sie in die Schmetterlingshalle gezogen, weil im Maurischen Landhaus der Bereich der Nachttierabteilung, wo sie lebten, saniert werden muss. „Ich freue mich, dass nun auch Besucher, die sich früher nicht in die dunkle Abteilung vorgewagt haben, durch Zufall diese wunderbaren Tiere entdecken“, sagt Kuratorin Annika Krengel. „Fledertiere haben leider bei vielen Menschen zu Unrecht einen schlechten Ruf. Darum zeigen wir mit unseren Flugfüchsen im Schmetterlingshaus – und auch den Brillenblattnasen im Amazonienhaus – in einer freundlichen Atmosphäre, wie liebenswert und interessant diese Tiere sind.“ Aber Flugfüchse sind durchaus speziell. Kopfüber hängen sie von Ästen, fest umschlungen von ihren Flughäuten, die sich zwischen den Fingerknochen spannen. Aus diesem engen Mantel lugt nur der fuchsrote Kopf hervor mit seinen vorstehenden dunklen Augen. Ihr wissenschaftlicher Name Pteropus vampyrus lässt sie gar als Blutsauger dastehen. Doch das rührt nur daher, dass, als die Art nach Europa kam, hier Vampir-Legenden kursierten. Dabei interessieren den Flugfuchs weder Blut noch Fleisch, nicht einmal Insekten. Deshalb sind auch die Mitbewohner, die Schmetterlinge, vor ihm sicher.

Als Vegetarier ernährt sich der Flugfuchs von Früchten, erklärt Krengel. Gern nascht er davon auch einmal über Tag, wobei die Besucher das vorwiegend nacht- und dämmerungsaktive Tier aus der Nähe beobachten können. Bei Licht betrachtet schwinden in dem harmonischen Umfeld der Schmetterlingshalle die Berührungsängste. Trotzdem sollte man die Finger bei sich halten, denn Flugfüchse haben sehr spitze Zähne. In ihrer Heimat in Südostasien helfen sie dabei, Obstbäume zu verbreiten, indem sie die Samen der gefressenen Früchte andernorts wieder ausscheiden. Für Bananenstauden sind Flughunde allgemein, zu denen auch die Flugfüchse zählen, zudem wichtig für die Bestäubung.

Entgegen den Vorurteilen sind die Flugfüchse ausgesprochen schöne Wesen. Sie gehören zu den größten, fliegenden Säugetieren der Welt. Wenn sich die 30 bis 40 Zentimeter großen Tiere strecken, spannen sich ihre Flügel über einen bis anderthalb Meter weit und geben das rötliche Fell preis. Dabei können Wilhelma-Besucher derzeit auch einen Neuankömmling entdecken. Der am 8. Mai geborene Nachwuchs klammert sich – ebenfalls kopfüber – an seine vom Ast hängende Mutter, die ihn mit ihren Flügeln umhüllt, wärmt, putzt und säugt: ein ganz heimeliges und gar nicht unheimliches Erlebnis!

Quelle: PM Wilhelma