Wilhelma: Gorilla Kimbali zieht in den Opole-Zoo nach Polen

Foto: Wilhelma Stuttgart / Elisabeth Stockhorst

Irgendwann kommt für jeden Nachwuchs die Zeit, zu Hause auszuziehen – auch in der Gorilla-Familie der Wilhelma. Jetzt ist es so weit für Kimbali. Der Sohn von Silberrücken Kibo und Kolo ist mit seinen achteinhalb Jahren inzwischen manchmal aufmüpfig. Und bevor es zu offenen Streitereien in der Gruppe kommt, zieht Kimbali Anfang der kommenden Woche in einen anderen Zoo um. Die Besucher der Wilhelma haben an diesem Wochenende noch einmal Gelegenheit, bei ihm vorbeizuschauen. Dann geht Kimbali auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) nach Opole im Südwesten Polens. Der Zoologische Garten liegt auf der Bolko-Insel in der Oder und ist mit seinen 30 Hektar gleich groß wie die Wilhelma. 2005 hat er eine Anlage für Westliche Flachland-Gorillas mit einer schönen begrünten Außenanlage in Betrieb genommen und hält seither eine Junggesellen-Gruppe.

Dort trifft Kimbali auf den etwa gleichaltrigen Gorilla Bongo aus Budapest sowie den Silberrücken Ashmar aus Rotterdam. Ashmar ist für seinen freundlichen Charakter bekannt und verfügt bereits über Erfahrung als Anführer einer Junggesellengruppe. Für die Eingewöhnung in der neuen Heimat begleiten Kimbali zwei ihm vertraute Tierpfleger der Wilhelma, die sich vor einigen Wochen bereits vor Ort einen Eindruck von der Anlage in Opole gemacht und mit den polnischen Kollegen besprochen haben, wie man bei der Zusammengewöhnung der Menschenaffen vorgehen könnte.

Kimbali wurde am 22. Dezember 2009, noch im alten Menschenaffenhaus, geboren. Er war und ist bis heute bei allen Mitgliedern der Gorilla-Familie sehr beliebt. Sein Vater genoss die spielerischen Raufereien mit dem halbstarken Sohn. Immer wieder gelang es Kimbali schon in jungen Jahren, seiner äußerst fürsorglichen Mutter Kolo auch einmal zu entwischen, wenn sie ihn bei sich halten wollte. „Mittlerweile gibt es mit dem heranwachsenden Kimbali erste Spannungen, wenn er über die Stränge schlägt“, sagt Marianne Holtkötter, Wilhelma-Kuratorin für die Menschenaffen. „Kibo als Chef der Sippe duldet ihn zwar noch, Kimbali klaut aber besonders unserer ältesten Gorillafrau Mimi öfters das Futter. Und dann gibt es Stress in der Gruppe.“ Für den Wechsel gibt sie ihm jedoch eine gute Prognose: „Als in der Familie aufgewachsener Junggorilla und auch aufgrund seiner sehr sozialen und verspielten Art hat Kimbali beste Karten, sich in einer Junggesellengruppe zurechtzufinden“, so Holtkötter.

Mutter Kolo hat bisher übrigens insgesamt drei Söhne aufgezogen: Ihr ältester, Lengai, lebt inzwischen bereits in einer „Männer-WG“ im Zoo von Amnéville in Lothringen. Der jüngste Sproß, Kajari, erfreut mit seinen drei Jahren weiter die Wilhelma-Besucher.

Quelle: PM Wilhelma Stuttgart