Wilhelma-Gorillas abgereist – Kindergarten leer

Zoonews NewsGoodbye, Vana und Tebogo: Die beiden jungen Gorillas aus der Stuttgarter Wilhelma leben jetzt in Irland. Am Dienstag haben sich die beiden mit vertrauten Tierpflegerinnen auf die Reise begeben und sind inzwischen gut in Dublin angekommen. Der Zoo der Hauptstadt wurde schon 1830 gegründet und ist damit nach Wien, London und Paris der älteste der Welt. Mit rund 500.000 Besuchern pro Jahr zählt er zu den beliebtesten Einrichtungen auf der grünen Insel.

Ihre ersten vier Lebensjahre hatten die beiden Halbgeschwister aus dem Wuppertaler Zoo auf Empfehlung des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP) für Gorillas im Kindergarten der Wilhelma verbracht. Die Mütter von Vana und Tebogo sind selbst Handaufzuchten. Sie hatten Geburt und Aufzucht zuvor nie bei einer anderen Gorillafrau miterlebt – und ihre Neugeborenen nicht angenommen. Die Wilhelma ist spezialisiert, solche Gorillababys zu retten, aufzuziehen und auf das Leben in einer Gorilla-Sippe vorzubereiten. Das ist ihr schon mit 62 Jungtieren gelungen.

„Die Fahrt verlief prima. Vana und Tebogo waren relativ ruhig und haben bei den regelmäßigen Rastpausen getrunken und gefressen“, berichtet Wilhelma-Tierpflegerin Margot Federer, die einige Tage die Eingewöhnung vor Ort begleitet. Im Zoo ging sie zuerst ins Gehege, damit die kleinen Gorillas gleich ihre vertraute Betreuerin sahen, als sie reinkamen. „Vana ist mir sofort auf den Arm gesprungen, Tebogo hat sich erst einmal umgeschaut, wo er denn nun ist.“ Dann haben die Jungtiere das Gehege erkundet. Als Ruhe einkehrte, wurde die Gorillafamilie ins Nachbargehege gelassen, von wo aus Sippe und Neuankömmlinge sich beobachten konnten. In den nächsten Tagen lernen Vana und Tebogo dann auch die Außenanlage kennen, bevor entschieden wird, wann sie mit den Mitgliedern der Gorilla-Sippe zusammen kommen. „Vana und Tebogo scheinen sich in Dublin recht wohl zu fühlen und haben schon ein bisschen gespielt“, sagt Federer.

Der Zoo Dublin wird damit in der Gorilla-Haltung fast eine Art Zweigstelle der Wilhelma. Von den dort nun acht Gorillas stammen vier aus der Stuttgarter Aufzuchtstation. Vor Vana und Tebogo zogen 2005 Mayani (2001 in Barcelona geboren) und 2012 Claudia (2009 in Münster geboren) nach ihren „Lehrjahren“ in der Wilhelma nach Dublin. Es ist ein Erfolg, dass Mayani inzwischen mit Kambiri seit 2011 eine eigene Tochter hat und selbst aufzieht. Da auch Lena – die mit 34 Jahren erfahrenste Gorilladame der Dubliner Sippe – von dem Silberrücken Harry 2011 die Tochter Kitula bekommen hat, treffen Vana und Tebogo auf Spielgefährten in ähnlichem Alter.

Dass der Kindergarten vorerst leer ist, nutzt die Wilhelma, um in diesem Bereich den Boden zu sanieren. Die Mängelbeseitigung dauert voraussichtlich bis Anfang Juni. Die zwölfköpfige Gorilla-Sippe mit ihren drei eigenen Babys ist während dieser Zeit weiterhin im Familien-Gehege, im Silberrücken-Gehege und bei geeignetem Wetter auf der großen Grünanlage im Freien zu sehen.

Quelle: PM Wilhelma