Wilhelma: Jaguarkatze Petra starb im Alter von 23 Jahren

Das Schwarzweiß-Pressefoto aus dem Jahr 1990 zeigt Petra als Jaguarbaby mit ihrer Mutter Pauline, bei der hier das Fleckenmuster im schwarzen Fell gut zu erkennen ist. – Foto: Wilhelma

Sie wurde am 25. Oktober 1990 in der Wilhelma geboren und war rund 23 Jahre lang im Raubtierhaus eine nicht mehr wegzudenkende Institution – die schwarze Jaguarkatze Petra. Doch künftig wird sie nicht mehr in ihrem Gehege anzutreffen sein: Wegen eines inoperablen Tumors im Bauchraum, der die betagte Katze in der letzten Zeit stark geschwächt hatte, musste Petra am vergangenen Wochenende eingeschläfert werden. Trotzdem hat sie es noch geschafft, mit ihrem Lebensalter von über 23 Jahren einen Platz unter den fünf ältesten Jaguarkatzen in Zoos weltweit zu erobern.
1990 kam Petra als Tochter der schwarzen Jaguarkatze Pauline und des schwarzen Katers Max auf die Welt und lebte seither in der Wilhelma. Ihre Pflegerinnen und Pfleger beschrieben sie stets als sehr charakterstarkes, neugieriges und schlaues Tier – und obendrein als sehr „ehrgeizig“, wenn sie etwas erreichen wollte. So hat sie zum Beispiel bei der Beschäftigungsfütterung alle von den Pflegern ausgetüftelten Futterverpackungen problemlos geknackt, ganz gleich welche Schwierigkeitsgrade diese eingebaut hatten. Eine andere Lieblingsbeschäftigung der Jaguarkatze war es, auf dem erhöhten Liegebrett ihres Geheges abhängend die Umgebung genau im Auge zu behalten – oder einfach Siesta zu halten. Da in den letzten Jahren bei Petra die Geschmeidigkeit altershalber schon ein wenig nachgelassen hatte, wurde eine Treppe im Gehege eingebaut, die ihr den Aufstieg auf den erhöhten Lieblingsplatz erleichterte. Außerdem erhielt sie einen zusätzlichen Wärmestrahler, damit sie auch in der kalten Jahreszeit draußen die Aussicht genießen und sich die Knochen wärmen konnte.
Nicht nur die Tierpfleger werden Petra in Zukunft vermissen, sondern auch die Stammbesucher, bei denen die Jaguarkatze ebenfalls bekannt und beliebt war. Und auch darüber hinaus war Petra „berühmt“ geworden: Sie ist bis heute wohl auch der einzige Jaguar in einem europäischen Zoo, der es je zur Titelheldin der amerikanischen Zeitschrift „National Geographic“ gebracht hat.
Jaguare sind die drittgrößte Raubkatzenart nach Tiger und Löwe und kommen nur in Amerika vor. Bei „Schwärzlingen“, wie Petra einer war, wird der schwarze Farbstoff Melanin verstärkt gebildet, der dann die gelbliche Grundfarbe der häufiger vorkommenden gefleckten Fellvariante ersetzt – bei Jaguaren wird dieser „Melanismus“ dominant vererbt. Je nach Lichteinfall sieht man trotzdem das charakteristische Fleckenmuster durchschimmern.

Quelle: PM Wilhlema