Wilhelma: Kleines Nashornkalb Savita genießt ersten Sommer

Panzernashorn Savita turnt auf seiner Mutter Sani herum  - Foto: Wilhelma

Panzernashorn Savita turnt auf seiner Mutter Sani herum – Foto: Wilhelma

Nomen est omen: Das kleine Panzernashorn-Kalb Savita, was „Sonne“ bedeutet, genießt seinen ersten Sommer ungemein. Es ist gerade ein halbes Jahr alt geworden und testet bei dem guten Wetter seine schnell wachsenden Kräfte im Freigehege der Stuttgarter Wilhelma. Ende Oktober war der seltene Nachwuchs nashorngerecht mit satten 50 Kilo Geburtsgewicht auf die Welt gekommen. Inzwischen bringt es der Wonneproppen auf gut das Fünffache. „Wir schätzen sie auf 250 bis 300 Kilo“, sagt der Revierleiter Volker Scholl. „Pro Tag nimmt sie rund ein Kilo zu. Sie säuft sicher noch zehn Liter der nahrhaften Muttermilch pro Tag, aber frisst schon ordentlich feste Nahrung mit.“ Die Pfleger schneiden Savita das Futter noch etwas kleiner, sonst nimmt sie sich bei ihrem kräftigen Appetit schon mal zu große Stücke ins Maul. Äpfel und Karotten mag sie besonders und als Leckereien gibt es hin und wieder mal was Süßes: Orangen oder Bananen.

„Savita ist gesund und munter, dass es eine Freude ist“, berichtet Scholl. „Inzwischen ist sie nicht mehr ganz so vorlaut. Anfangs kam sie sofort angerannt, um sich kraulen zu lassen. Jetzt wird sie etwas vorsichtiger im Umgang mit uns Pflegern. Das ist eine gute, normale Entwicklung.“ Was aber nicht bedeutet, dass der Naseweis nicht mehr ungestüm die Gegend erkundet. Vielmehr muss es Mutter Sani auch erdulden, wenn ihre Tochter versucht, ihr mal auf den Buckel zu steigen – bei den Dickhäutern ein Spektakel für die Besucher. Das typische Nasenhorn stößt jetzt auch bei Savita erkennbar empor.
Wenn Mama genug davon hat, nimmt Sani ein Bad im Wasserbecken, dort hat sie ihre Ruhe. Da merkt man, dass Savita noch ein Kind ist. „Sie ist eigentlich eine echte Wasserratte“, erklärt Scholl. „Wenn wir den Schlauch anstellen, plantscht sie ausgiebig im Wasser. Aber bei dem großen Becken hat sie noch Respekt vor der Treppe ins Wasser.“ Anfangs hat die Kleine am Beckenrand gequiekt, damit die Mutter wieder herauskam. Mittlerweile lässt sich Sani nicht mehr herauslocken. Savita muss also lernen, sich etwas Neues zu trauen. Erwachsenwerden ist nicht immer leicht. Aber dafür hat sie auch noch Zeit. Erst mit 12 bis 13 Jahren ist ein Panzernashorn ausgewachsen. Eine Kuh erreicht dann ein Gewicht um die 1500 Kilo.

Savita ist der erste Nashorn-Nachwuchs in der Wilhelma seit sechs Jahren. In der Natur sind die Panzernashörner, die heute vor allem noch in Indien vorkommen, akut vom Aussterben bedroht.

Quelle: PM Wilhelma