Wilhelma: Nachwuchs bei den Eiderenten

Foto: Wilhelma

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Die Brillenpinguine der Wilhelma haben derzeit Untermieter: Ein Eiderentenpaar belebt, gemeinsam mit seinen fünf Küken, die Anlage in der Nähe des Haupteingangs. Die großen Meeresenten sind vor allem wegen ihrer weichen und kostbaren Daunen bekannt, die Kopfkissen und Bettdecken füllen. In der Wilhelma leben Eiderenten schon seit vielen Jahren. Normalerweise haben sie ihr Zuhause zwischen Schneeziegen und Fischottern. In diesem Jahr sind sie jedoch während der Brutsaison an einer der prominentesten Stellen der Wilhelma zu bestaunen und belohnen dies auch gleich mit Nachwuchs.
Eiderenten gehören zu den größten, einheimischen Enten. Sie werden um die 60 Zentimeter groß und bis zu zwei Kilogramm schwer. Das Männchen zeichnet sich durch sein elfenbeinfarbenes Federkleid mit einem schwarzen Bauch und schwarzer Kappe aus. Nur der Nacken ist in einem dezenten Grün gehalten. Weibchen und Jungvögel hingegen sind braun und unauffällig gefärbt. Die großen Meeresenten leben in nördlichen Breiten um den gesamten Erdball verteilt. Auch an der deutschen Nord- und Ostseeküste sind Eiderenten als Brutvögel verbreitet. Im Winter zieht es einige wenige Exemplare auch bis tief ins Binnenland. So überwintern alljährlich Eiderenten auf dem Bodensee.
Die großen Enten ernähren sich sehr gerne von Muscheln, die sie mit ihrem kräftigen Schnabel mühelos knacken. Nirgends sind sie selten. Denn zur Gewinnung der begehrten Eiderdauen ist es nicht notwendig, die Enten zu jagen. Vielmehr werden die mit Daunen ausgekleideten Nester, nachdem die Küken diese verlassen haben, eingesammelt, gesäubert und sortiert. Ungefähr 700 Eiderentennester sind notwendig, um ein Kilogramm feinste Eiderdaunen zu gewinnen. Da dies sehr aufwendig ist, werden die begehrten Daunen nur noch in wenigen Gegenden der Erde „geerntet“. Island ist derzeit der größte Eiderdaunenproduzent. Die Produktion geht aber seit Jahren kontinuierlich zurück.
Fast jährlich ziehen die schönen Eiderenten Junge in der Wilhelma groß. Nach ungefähr vier Wochen Brutzeit verlassen die Küken direkt nach dem Schlupf das Nest und werden von den wachsamen Elterntieren bewacht. Sobald die Eiderentenjungtiere ausgewachsen sind, verlassen sie die Wilhelma, um in einem anderen Zoo oder bei einem versierten Privathalter selber Junge zu bekommen

Quelle: PM Wilhelma, Stuttgart