Wilhelma: Nachwuchs bei den Kurzohrrüsselspringern

Foto: Wilhelma Stuttgart / Jana Müller

Im Giraffenhaus der Wilhelma sind derzeit die kleinsten Bewohner die größten Stars. Zwei Jungtiere der Kurzohrrüsselspringer, die am Freitag, 6. März, im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart geboren wurden, ziehen die Blicke auf sich. Obwohl das Gebäude für afrikanische Arten geradezu ein Kuriositätenkabinett darstellt, können die winzigen Fellpuschel im Wettstreit der Extreme mithalten.

Ragen die Giraffen mit ihren unheimlich langen Hälsen aus der Tierwelt heraus, prägen riesige Lauscher die Wüstenfüchse. Und während die Okapis nebenan sich mit ihren enorm langen Zungen sogar die Ohren putzen können, ist das Markenzeichen der Kurzohrrüsselspringer ihre Nase. Sie ist extrem lang und beweglich – zumindest im Verhältnis zum nur neun bis 13 Zentimeter messenden Körper.

Daher stammt die Bezeichnung Rüssel. Greifen kann er damit zwar nicht. Der Geruchssinn ist jedoch sein wichtigstes Sinnesorgan. Es hilft ihm in seiner Heimat, den trockenen Graslandschaften und Buschsteppen des südlichen Afrikas, Nahrung aufzustöbern. Er mag vor allem Termiten, Samen und Beeren. Um nicht selbst zur Beute zu werden, müssen Kurzohrrüsselspringer flott unterwegs sein. Sie legen sich mit ausgetretenen Pfaden zwischen Bau, Rastplatz, Badestelle und Futtergebiet ein Wegenetz mit regelrechten Schnellstraßen an. Über die flitzen sie dank ihrer langen Beine mit einem Tempo von bis zu 20 Kilometern pro Stunde. Dafür betreiben sie regelmäßig „Straßenreinigung“, um dank der „Kehrwoche“ auf ihren Rennstrecken auf keine Hindernisse zu stoßen.

Optisch werden die originellen Tiere oft mit Mäusen verwechselt. Dabei sind die Kurzohrrüsselspringer weder mit Nagetieren noch Spitzmäusen verwandt. Rüsselspringer stellen eine eigene Ordnung unter den Säugetieren dar. Darunter sind Rüsselhündchen mit einer Körperlänge von 30 Zentimetern von Kopf bis Hinterteil die größten Vertreter – Kurzohrrüsselspringer sind die kleinsten.

Mit dem Nachwuchs der putzigen Sandflitzer klappt es in der Wilhelma besser, seit das Zuchtpaar neu zusammengestellt wurde. 2018 kamen ein Männchen aus dem Tierpark Berlin sowie je ein Weibchen aus den Zoos in Leipzig und Neuwied nach Stuttgart. Aber erst durch einen Neuzugang von einem privaten Züchter, der 2019 ein weiteres Männchen beisteuerte, gibt es zwei harmonierende Pärchen. Das Pärchen mit dem aktuellen Nachwuchs ist in der Vitrine gegenüber vom Innengehege der Giraffen zu sehen. Das andere lebt derzeit hinter den Kulissen.

Quelle: PM Wilhelma Stuttgart

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