Wilhelma: Nachwuchs bei Klippschliefern und Dscheladas

Die Jungtiere der Dscheladas halten immer Kontakt zu ihren Müttern. - Foto: Wilhelma

Die Jungtiere der Dscheladas halten immer Kontakt zu ihren Müttern. – Foto: Wilhelma

Gleich sieben junge Klippschliefer tummeln sich derzeit auf der so genannten Felsenanlage in der Wilhelma. Somit umfasst die Familie dieser ungewöhnlichen Tiere insgesamt zehn Mitglieder – ein Männchen, zwei Weibchen und die Ende Juni und Anfang Juli geborenen Jungtiere. Auch bei ihren Mitbewohnern, den Dscheladas oder Blutbrustpavianen, hat sich in den vergangenen drei Wochen Nachwuchs eingestellt. Mittlerweile klammern sich fünf junge Affen an ihre Mütter, weitere werden erwartet. Sie sind das Ergebnis einer Erfolgsgeschichte: Die beiden Dschelada-Männchen „Hope“ und „Haryon“ kamen erst im vergangenen Winter aus Zürich nach Stuttgart.
Wie ihre wild lebenden Verwandten im Süden Afrikas mögen auch die Wilhelma-Klippschliefer die Wärme: Bei Sonne aalen sie sich auf der Felsenanlage zwischen ihren Mitbewohnern den Mähnenschafen und Dscheladas. Bei Kälte und Regen jedoch bleiben sie im Innenstall und lassen sich nicht blicken. Die etwa hasengroßen Schliefer sind ausgezeichnete Kletterer und äußerst gesellig. Bis zu 50 Tiere kann eine Familiengruppe umfassen. Sie ernähren sich ausschließlich von diversen Pflanzen, die ihnen gleichzeitig Flüssigkeit liefern: Sie müssen nicht trinken. Die Tiere verbringen am Tag nur etwa eine Stunde mit Fressen – eine für reine Pflanzenfresser sehr kurze Zeit! Vom äußeren Erscheinungsbild her ist man vielleicht versucht, die kleinen Sympathieträger bei den Nagern oder den Hasenartigen anzusiedeln. Ein genauerer Blick auf die Anatomie und die DNS stellt die Schliefer aber überraschenderweise in die Verwandtschaft der Elefanten und Seekühe.
Der Nachwuchs bei den Dscheladas ist das zwischenzeitige Ergebnis einer echten Erfolgsgeschichte: In der Wilhelma werden diese aus dem Hochland Äthiopiens stammenden und dort bedrohten Affen seit vielen Jahren erfolgreich gezüchtet. Die beiden Brüder Hope und Haryon bringen frisches Blut in die Dschelada-Gruppe, welche zu den wichtigsten Zuchtgruppen in europäischen Zoos zählt. Allerdings bleibt es in der Felsen-WG nach wie vor spannend. Denn bei den Blutbrustpavianen herrscht „Damenwahl“: Die Weibchen entscheiden, zu welchem Männchen sie sich gesellen. Auch wenn Hope bisher eindeutig höher in der Gunst der Weibchen steht, ist nichts entschieden. Es gibt einige Weibchen, die noch wankelmütig sind.
Während der Klippschliefer-Nachwuchs bereits sehr selbstständig die Felsen der Gemeinschaftsanlage erklimmt, halten sich die jungen Dscheladas vorerst immer in der Nähe ihrer Mütter auf. Je unabhängiger sie in den nächsten Wochen werden, desto bunter wird das Treiben in der Felsen-WG.

Quelle: PM Wilhelma