Wilhelma: Nachwuchs beim Roten Ibis

Rote Ibisse gibt es seit 1954 in der Wilhelma. - Foto: Wilhlema

Rote Ibisse gibt es seit 1954 in der Wilhelma. – Foto: Wilhlema

Die Roten Ibisse der Wilhelma haben Nachwuchs. Derzeit betteln zwei Jungvögel im Nest nach Futter und halten ihre Eltern mächtig auf Trab. Damit ist die kleine Kolonie, die sich gegenüber vom Wilhelma-Restaurant befindet, auf insgesamt 17 Tiere angewachsen. Weiterer Nachwuchs wird erwartet: Denn in mindestens zwei weiteren Nestern befinden sich noch Eier, die gerade von den farbenprächtigen Altvögeln bebrütet werden. Mit ihrem scharlachroten Gefieder gehören die aus Südamerika stammenden Ibisse zu den farbenfrohsten Vögeln. Die Jungvögel erkennt man deutlich an ihrem unscheinbaren, grauschwarzen Gefieder. Bis sie so rot wie ihre Eltern sind, vergehen zwei Jahre.
Weltweit gibt es 20 verschiedene Ibisarten. Der farbenprächtigste ist jedoch der leuchtend rote Scharlach- oder Rote Ibis. Zu Tausenden brüten diese Vögel auch heute noch in den Mangrovenwäldern und Sümpfen des nördlichen Südamerika. Der Anblick einer großen gemischten Kolonie mit Ibissen, verschiedenen Reihern, Löfflern und Kormoranen gehört zu den eindrucksvollsten Naturerlebnissen in diesem Teil der Welt. Nahrung finden die großen Vogelschwärme zur Genüge auf den bei Ebbe trocken fallenden Schlickflächen der Mangrovengebiete. Nach typischer Ibisart wird der weiche Boden mit dem Schnabel nach Krebsen, Muscheln, Schnecken, Würmern und kleinen Fischchen sondiert. Wie bei fast allen rot oder rosa gefärbten Vögeln kommt die scharlachrote Gefiederfarbe auch beim Roten Ibis durch Carotinoidfarbstoffe zu Stande, die mit der Nahrung aufgenommen und in die wachsenden Federn eingelagert werden. Das attraktive Erwachsenengefieder erhalten die Vögel allerdings erst nach dem zweiten Lebensjahr. Junge Scharlachibisse tragen, wie alle ihre Verwandten, als Nestlinge zunächst ein schwarzes Daunenkleid und später ein grauschwarzes, auf der Unterseite schmutzig-weißes Jugendgefieder.
Dass so spektakulär gefärbte und interessante Vögel gerne in Zoos gehalten werden, versteht sich von selbst. Auch in der Wilhelma haben die Roten Ibisse von Beginn an Heimatrecht genossen. Die Kolonie besteht ohne Unterbrechung seit 1954. Die Nachzucht der Ibisse gelingt nicht immer problemlos. Neben Jahren mit guten Fortpflanzungserfolgen galt es zwischendurch auch immer wieder, längere Durststrecken zu überwinden.
Die rote Farbe erhalten die Tiere in der Wilhelma auch über ihr Futter: Regelmäßig wird diesem ein synthetisches Carotinoidpräparat hinzugefügt. Dadurch haben die Vögel ein mindestens genauso auffälliges Gefieder, wie ihre Artgenossen in Südamerika. Jedes Jahr im Frühsommer beziehen die Vögel ihre Nistplätze in den von Schlinggewächsen umrankten Weidenbüschen in ihrer Voliere. Dann bieten sie unseren Besuchern einen kleinen Eindruck vom farbenprächtigen Bild der großen Scharlachibis-Kolonien in den Mangrovewäldern Südamerikas.

Quelle: PM Wilhelma