Wilhelma: Neue Bewohner im Wilhelma-Aquarium

Rotstreifen-Elritzen gehören zu den Bewohnern des neuen Beckens - Foto: Wilhelma

Rotstreifen-Elritzen gehören zu den Bewohnern des neuen Beckens – Foto: Wilhelma

Das Aquarium der Wilhelma lädt jederzeit zu einer Weltreise ein. Im Eingangsbereich, dort wo Süßwasserfische der kühleren und gemäßigten Zonen zu sehen sind, geht es seit neustem bunt her: In einem Becken tummeln sich zahlreiche Kleinfische aus Nordamerika, die durch auffällige Farben bestechen. Diamantbarsch, Regenbogen- und Rotstreifen-Elritze tragen ihre Schönheit schon im Namen. Sie teilen sich ihr Aquarium mit eher unscheinbareren, deswegen aber nicht minder interessanten Arten, wie Steinroller, Springbarsch oder Goldauge.

Wie ein kleines Schaufenster in einen nordamerikanischen Fluss oder See ist das Becken, welches in der Aquarienbeschilderung die Nummer 17 trägt. Es zeigt einen Ausschnitt aus der Unterwasserfauna und -flora des Ostens der USA. Die Bewohner sind in Gewässern zwischen New York und Florida heimisch. In Schauaquarien hingegen sind nordamerikanische Kleinfische nur selten zu sehen. Häufiger werden sie von Privatleuten im heimischen Gartenteich gehalten. Dies vor allem wegen ihrer teilweise sehr attraktiven Erscheinung.

Der auffälligste Kleinfisch ist sicherlich die Regenbogen-Elritze. Bei ihr ist der Name Programm: Das Schuppenkleid der Männchen weist eine auffällige blau-rote Färbung auf, welche sich zur Paarungszeit noch verstärkt. Diese zu den Karpfenfischen zählende, etwa acht Zentimeter messende Art, war früher ausschließlich im Mobile River im Süden der USA zu finden. Da sie in den USA als Zierfisch sehr beliebt ist, findet man die heute in weiten Teilen Nordamerikas. Auch in Europa ist die Regenbogen-Elritze immer häufiger in Gartenteichen zu finden.

Die etwa zwölf Zentimeter große Rotstreifen-Elritze ist, wie alle Elritzen, ein sehr geselliger Fisch und in Schwärmen unterwegs. Sie ist leicht an ihren auffälligen, roten Seitenstreifen erkennbar. In den Kanada und den USA ist sie vor allem in klaren Quellbereichen von Flusssystemen mit sauberem Sand- oder Kiesbett zu finden. Darum gilt sie auch als Indikator für ein sauberes, gut funktionierendes Ökosystem.

Beim Diamantbarsch ist, neben seinem Aussehen, das Fortpflanzungsverhalten bemerkenswert. Dieser, gerade einmal neun Zentimeter große Fisch betreibt aktive Brutpflege. Die Männchen, dieser zu den Sonnenbarschen zählenden Art, bauen in Wasserpflanzen versteckte Nester, in welche mehrere Weibchen ihre Eier legen. Von dem Nestbauer werden die Eier vor Fressfeinden beschützt und er fächelt ihnen frisches Wasser zu. Sein Brutpflegeinstinkt erlischt erst, wenn der Dottersack der Jungfische aufgebraucht ist und diese selbstständig auf Nahrungssuche gehen.
Neben diesen vom äußeren Erscheinungsbild auffälligsten Arten, sind natürlich die anderen nicht zu verachten. Vor allem Steinroller und Springbarsch bringen viel Leben in das Aquarium. Es lohnt sich aber auch ein Blick auf die Pflanzen zu werfen, die sich in dem Aquarium finden. Auch sie sind typische Vertreter der Unterwasserflora aus Nordamerika. Hier runden Wasserpest, Tausendblatt und Ludwigie das Bild ab.

Quelle: PM Wilhelma