Wilhelma: Neue Löwen zeigen sich zum ersten Mal

Die beiden Asiatischen Löwen, Kajal (links) und Shapur, die vor einer Woche in die Wilhelma in Stuttgart, gekommen sind, durften am Freitag, 24. März 2017, das erste Mal ihr Außengehege erkunden. Die beiden zweieinhalb Jahre alten Brüder aus dem Zoo Mulhouse nahmen alles ganz genau unter die Lupe. – Foto: Wilhelma / Harald Knitter

Ab sofort sind sie volle Mitglieder der großen Wilhelma-Tierfamilie: Mit ihrem ersten Ausflug auf die Außenanlage haben sich die beiden neuen Asiatischen Löwen am Freitag, 24. März, den Besuchern im Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart vorgestellt. Jetzt sind die zweieinhalb Jahre alten Brüder Shapur und Kajal regelmäßig zu sehen. Allerdings bleibt der Löwentrakt im Raubtierhaus als ihr Rückzugsraum in der Eingewöhnungsphase weiter für das Publikum geschlossen.

„Wie sehr Löwen vermisst wurden, bestätigen uns aktuell die häufigen Nachfragen der Besucher und das große Interesse der Medien an der Rückkehr“, sagt Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. Die Aufnahme von Löwen markierte 1952 die Erweiterung des Botanischen Gartens zu einem dauerhaften Zoo. Die Publikumslieblinge gab es bis 2008 zu sehen, als die letzten von ihnen hoch betagt starben. Neun Jahre später ist die Lücke geschlossen. „Mit Asiatischen Löwen setzen wir uns für eine extrem seltene Unterart ein, von der es nur noch zirka 400 Tiere in der Natur gibt“, erklärt Kölpin. „Sie ist unmittelbar vom Aussterben bedroht. Wir unterstützen damit das Europäische Erhaltungszuchtprogramm der Zoos.“

Der Asiatische Löwe (Panthera leo persica), der sich vor mindestens 50.000 Jahren von der Linie der Afrikanischen Löwen getrennt hat, war einst von Persien bis nach Indien verbreitet. Im Jahr 1913 war ihre Zahl auf nicht mehr als 20 Tiere gesunken. Das Verbot der Jagd – zunächst im Gir-Wald im Nordwesten Indiens, ab 1955 landesweit – rettete den Asiatischen Löwen das Überleben. In der Wildbahn sind sie heute ausschließlich im Gir-Nationalpark zu finden. Mit einer zehn Zentimeter geringeren Schulterhöhe sind sie kleiner als Afrikanische Löwen. Durch eine kürzere Mähne kommen ihre Ohren besser zur Geltung, dafür haben sie an ihren Ellbogen einen längeren Haarschopf. Auffällig ist zudem eine dicke Hautfalte, die sich unter ihrem Bauch entlangzieht. Afrikanische Löwen haben die nicht.

„Wenn sie Rudel bilden, bleiben die Löwen meist mit ihren Verwandten gleichen Geschlechts zusammen“, sagt die für Raubtiere zuständige Wilhelma-Zoologin Dr. Ulrike Rademacher. „So können wir zwei Löwen bei uns gut gemeinsam halten“, führt Rademacher aus. „Gerade als Brüder aus demselben Wurf verstehen sich die beiden.“ Kajal und Shapur sind zwei der Vierlinge, die im Zoo und Botanischen Park Mulhouse am 9. September 2014, auf die Welt gekommen sind. Ihre Schwestern Kharia und Isha sind mit Mutter Sita in Mulhouse geblieben. Vater Jetpur ist in seinen Heimatzoo Dudley bei Birmingham zurückgekehrt.

Quelle: PM Wilhelma

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