Wilhelma: Stuttgarter Zoo 2017 stark besucht

Foto: Wilhelma

Die Wilhelma hat wieder Biss. Mit einer satten Steigerung von 23 Prozent mehr Besuchern gegenüber dem schwierigen Vorjahr zieht der Zoologisch-Botanischen Garten in Stuttgart eine sehr starke Bilanz für 2017 – das Jahr, in dem die Löwen zurückkehrten. 1,6 Millionen Gäste passierten die Tore in den vergangenen zwölf Monaten, 300.000 mehr als 2016. Damit festigte die Wilhelma ihre Position als eine der größten Besucher-Attraktionen in Baden-Württemberg. „Jetzt haben wir eine echte Marke gesetzt“, sagte Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin. „Die Aufgabe ist nun, uns auf hohem Niveau zu stabilisieren.“ Nach dem – auch statistisch bedingt (siehe Rückblick) – deutlichen Einschnitt im Jahr zuvor hatte Kölpin das Ziel ausgegeben, die wichtige Grenze von anderthalb Millionen Besuchern schrittweise in den nächsten Jahren zu erreichen. „Dass uns das gleich 2017 auf Anhieb mehr als gelungen ist, bestätigt uns darin, dass 2016 bei allen Widrigkeiten ein eher untypisches Jahr war“, so der Direktor. „Das stärkt unser Selbstbewusstsein für die weitere Entwicklung. Da haben wir uns, vor allem mit dem Bau der Asien-Anlagen, einiges vorgenommen, um die Haltung der Tiere zu verbessern und die Anziehungskraft der Wilhelma weiter zu stärken.“ Die Eintrittspreise bleiben 2018 im dritten Jahr in Folge unverändert, gab der Direktor bekannt.

Die Witterung bot 2017 eine wesentlich solidere Grundlage: Verregnete Ferien- und Feiertage sowie Unwetterwarnungen gab es weniger als im Jahr zuvor. Und manches wurde leichter: Die Einschränkungen durch Baustellen rund um den Park wurden weniger und die Besucher haben die neue Stadtbahn-Haltestelle unmittelbar vor dem Haupteingang gut angenommen. Dazu kamen zusätzliche Anreize mit neuen Tierarten, seltenen Jungtieren und besonderen Veranstaltungen.

Das 50-Jahr-Jubiläum von Aquarium und Terrarium ließ viele den Hort der größten Vielfalt in der Wilhelma neu entdecken: Mit Fischen, Wirbellosen, Reptilien, Amphibien und Vögeln leben dort rund 790 Arten unter einem Dach. Zu einem Magneten entwickelte sich die Rückkehr der Löwen. Seit 2008 hatte es keine dieser majestätischen Raubkatzen mehr gegeben. Umfragen zufolge waren sie sehr vermisst worden. Shapur und Kajal, zwei junge Brüder aus einem Vierlingswurf im Zoo von Mulhouse im Elsass, gewannen mit ihrer für Löwen lebhaften Art schnell die Herzen. „Manch einer, der länger nicht bei uns war, hat die Rückkehr der Löwen zum Anlass genommen, mal wieder in die Wilhelma zu kommen und war überrascht, was sich alles tut“, sagt Kölpin. „Und das spricht sich herum.“ Strahlkraft entfaltete zudem die Fernseh-Doku „Eisbär, Affe & Co.“. 40 neue Folgen aus der Wilhelma lenkten bundesweit den Blick der ARD-Zuschauer auf die vielen Facetten der täglichen Arbeit in einem der größten Zoos Europas.

Während die neuen Löwen aus der besonders bedrohten asiatischen Unterart stammen, waren es ansonsten vor allem afrikanische Arten, die Aufmerksamkeit auf sich zogen. Auf der Savannenanlage erlebten die Ende 2016 in die Wilhelma eingezogenen Säbelantilopen ihren ersten Sommer in Stuttgart. In der Natur sind sie bereits ausgerottet und werden nur durch die Nachzucht in Zoos vor dem kompletten Aussterben bewahrt. Sie teilen sich die Anlage mit den Grevy-Zebras. Deren 2013 neu zusammengestellte Herde hatte 2017 das erste Mal Fohlen – und das gleich zweifach. Direkt nebenan bei den Publikumslieblingen, den Erdmännchen, klappte es in der Zuchtfamilie gleich mehrfach. Und die Bonobo-Gruppe begrüßte im Menschenaffen-Haus nicht nur Zuwachs durch das Weibchen Fimi, das aus dem Zoo Leipzig herwechselte, sondern bekam mit dem ersten Jungtier von Chimba einen wegen seiner seltenen Gen-Linie sehr wertvollen Nachkömmling.

Einen markanten Wechsel gab es, als mit Mike das letzte Flusspferd die Wilhelma verließ. Der Bulle sollte nach dem altersbedingten Tod seiner Partnerin Rosi nicht allein bleiben und wurde in einen tschechischen Zoo mit zwei Flusspferdkühen vermittelt. Das Flusspferd-Domizil wurde angepasst für die Tapir-Haltung. „Wir haben uns für die charismatischen Schabrackentapire entschieden“, erklärt Direktor Kölpin. „Mit Ketiga aus dem Zoo Leipzig ist bereits ein Jungtier eingezogen. In Kürze leistet ihm ein ebenfalls junger Bulle aus Rotterdam Gesellschaft.“

Der Wechsel von den afrikanischen Flusspferden zu den asiatischen Schabrackentapiren passt in das Konzept, das die Wilhelma im vergangenen Jahr mit dem Finanzministerium für die Weiterentwicklung des Parks vorgestellt hat. Vom oberen Ende sollen entlang der Pragstraße Asien-Anlagen entstehen: von Elefantenwelt über Bauernhof mit Huftiergehegen und Streichelzoo, Dorf-Nachbau bis Tiger-Landschaftsgehege. Die schon vorhandenen Anlagen für Tapire, Panzernashörner und Löwen schließen sich dann mit weiteren asiatischen Tierarten nahtlos an.

Mehr Besucher zog es auch zu Veranstaltungen in den Zoologisch-Botanischen Garten. Halloween übertraf dabei alle Erwartungen. War die Premiere im Vorjahr von knapp 15.000 Gruselfreunden schon sehr gut angenommen worden, strömten zur zweiten Auflage 22.500 Besucher und machten den 31. Oktober zu einem der bestfrequentierten Tage der vergangenen Jahre. Zur positiven Bilanz trugen weitere Mitmach-Angebote bei, wie der Blick hinter die Kulissen am Wilhelma-Tag und die vielen Aktionstage der Wilden Wochenenden. „Bei einem solchen Zuwachs darf man nicht nur auf das Neue achten, sondern sollte in einer Traditionseinrichtung wie der Wilhelma sehen, was auf hohem Niveau erhalten geblieben ist“, betont der Direktor. „Unsere Kolleginnen und Kollegen der Parkpflege halten den historischen Park in Schuss, dass er immer eine Augenweide ist, nicht nur bei der legendären Magnolienblüte. Und die Gärtnerinnen und Gärtner der Botanik lockten mit den üppigen Gewächshäusern, wertvollen Pflanzensammlungen und Sonderschauen, etwa zu den begehrten Chili- und Zitrusfrüchten und den australischen Klimazonen, erneut nicht nur viele Stammgäste, sondern auch Besucher aus der Ferne in die Wilhelma.“

Für 2018 steht die Eröffnung der neuen Schneeleoparden-Anlage im Mittelpunkt. „Das Außengehege wird etwa viermal größer als zuvor und lässt sich so unterteilen, dass eine Zucht möglich wird“, kündigt Kölpin an. Zudem schafft der Umzug der Schneeleoparden Platz im Raubkatzenhaus. „Für die Nutzung der Spielräume entwickeln wir derzeit Pläne.“

Quelle: PM Wilhelma

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