Wilhelma: Verbesserungen im Jungtieraufzuchthaus

Foto: Wilhelma

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Es ist ein wahrer Affentanz zurzeit in der Wilhelma. Umgestaltungen und Umbesetzungen haben in den vergangenen Wochen mächtig Bewegung in das so genannte Jungtieraufzuchthaus (JAZ) gebracht. Gleich ein halbes Dutzend Tierarten profitieren von den Umzügen auf die eine oder andere Weise. So haben zum Beispiel die Schildtauben eine neue Heimat im Taubenturm auf dem Schaubauernhof gefunden, wo sie auch ausfliegen können. Ihre bisherige Voliere ist nun zum Außengehege für die Springtamarine geworden. Wenn sie zwischen drinnen und draußen wechseln, flitzen die Krallenaffen durch den Besucherbereich. Dafür haben die Handwerker der Wilhelma zwei einsehbare Verbindungsgänge unter die Decke gebaut. „Die Tamarine wechseln oft, sie mögen die neuen Laufgänge gerne, weil es von dort viel zu sehen gibt“, berichtet die Tierpflegerin Kerstin Beigang. Selbst das im März geborene Jungtier huscht schon hin und her.
Am Bäumchen-wechsel-Dich-Spiel beteiligen sich auch die Zwergseidenäffchen. Sie durften in ein größeres Gehege neben den Springtamarinen umziehen und sollen nun schrittweise mit diesen vergesellschaftet werden. Besucher halten schon die Erwachsenen, die nur 140 Gramm wiegen, oft für Babyaffen – bis sie den nur daumengroßen Nachwuchs entdecken. Mitte Juni kamen Zwillinge auf die Welt. Saßen sie bisher immer huckepack auf der Mutter oder den Tanten, die sich am Babysitting beteiligen, fangen die Däumlinge jetzt an, auch alleine herumzuklettern.

Nachdem die nachtaktiven und darum für Besucher kaum sichtbaren Greifstachler an andere Zoos abgegeben wurden, konnten auch die Drills vom Wechselreigen im Haus profitieren: Das Paar westafrikanischer Waldpaviane zog vom rechten Teil des JAZ in den linken um. Dort haben sie zu dem Außengehege auch ein Innengehege mit Glasscheibe, so dass Besucher sie anders als bisher jederzeit sehen können – und umgekehrt. „Die Drills beobachten unheimlich gerne die Besucher und freuen sich über die Abwechslung“, erzählt Beigang. In Stuttgart bleibt keine Wohnung lange leer: Das frei gewordene Drill-Gehege haben schon zwei Brüllaffen-Männer als Junggesellenbude übernommen. Ihr Vater duldet die Jungspunde seit deren Geschlechtsreife nicht mehr in der Familie im Amazonienhaus.

Die Umnutzung des Jungtieraufzuchthauses hatte vor zwei Jahren mit dem Auszug des Gorilla-Kindergartens ins neue Menschenaffenhaus begonnen. Mit der Neuausrichtung des Tierbesatzes, der jetzt weitgehend natürlichen Gehege-Gestaltung und den weiteren Begegnungsmöglichkeiten zwischen Tieren und Besuchern hat das JAZ neue Attraktivität geworden – ohne große Baukosten.

Quelle: PM Wilhelma