Wilhelma: Wickelschwanzskinke gebären Nachwuchs lebend

Foto: Wilhelma

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Wer eine Ausnahmeerscheinung ist, gilt als Exot. Der Wickelschwanzskink ist selbst unter den Exoten noch ein Sonderling. Was die ungewöhnliche Echse an Eigenheiten auszeichnet, kann man in der Stuttgarter Wilhelma erleben, wo im Terrarium des Zoologisch-Botanischen Gartens jetzt ein Jungtier geboren wurde. In der Tat „geboren“, denn während fast alle Reptilien (und darunter die Mehrzahl der Skinke) Eier legen, gebiert der Wickelschwanzskink seinen Nachwuchs lebend. Oft sind es Zwillinge. Ein Einzelkind, wie diesmal in der Wilhelma, kommt größer und kräftiger auf die Welt. Es kann bei der Geburt 30 bis 35 Zentimeter lang sein. Dann ist das Neugeborene schon halb so lang wie seine Eltern, die bis zu 65 Zentimeter erreichen.

Skinke nennt man auch Glattechsen. Von den rund 1200 Arten sind die Wickelschwanzskinke die größten. Sie sind Vegetarier und lassen sich Blätter, Blüten und Früchte schmecken. Während viele Echsen Bodenbewohner sind, sammeln die großen Wickelschwanzskinke, die in der Natur ausschließlich auf der Inselgruppe der Salomonen im Westpazifik vorkommen, ihre Pflanzenkost in den Kronen von mittelhohen Bäumen. Dabei hilft ihnen neben scharfen Krallen und kräftigen Kiefern der lange Greifschwanz, der gut die Hälfte ihrer Gesamtlänge ausmacht. Der Schwanz ist noch beweglicher und kräftiger als bei Chamäleons. So können sie sich damit an Ästen festhalten und behände klettern.

Eine weitere Eigenheit der „Corucia zebrata“ ist beim Fressen zu erkennen. Wickelschwanzskinke sind mit den Blauzungenskinken verwandt, haben jedoch eine rosafarbene Zunge. Auffällig ist zudem, dass sie zuweilen in Gruppen leben und ihren Wohn- und Futterbaum verteidigen. Für Reptilien überrascht der große Sonderling außerdem mit seiner Fürsorge für den Nachwuchs. Etwa ein halbes Jahr sucht der die Nähe zur Mutter, die ihn zum Teil auf dem Rücken trägt und gegen Feinde vehement verteidigt.

Die Wickelschwanzskinke sind mit ihrem Jungtier in der Wilhelma in dem Terrarium direkt am Eingang zur Krokodilhalle zu sehen.

Quelle: PM Wilhelma