Wilhelma: Zitrusfrüchte-Sonderschau im Wintergarten

Zitrusfrüchte-Ausstellung - Foto: Wilhelma

Zitrusfrüchte-Ausstellung – Foto: Wilhelma

Zitrusfrüchte-Sonderschau im Wintergarten:
Saure Früchtchen in bizarren Formen

Bereits zum fünften Mal präsentieren die Wilhelma-Gärtnerinnen und -Gärtner die bunte Vielfalt der Zitrusfrüchte in einer kleinen Sonderausstellung im Wintergarten. Bis Ende März, zur Hochblütezeit der Zitruspflanzen, sind unterschiedlichste Formen dieser uralten Nutzpflanzen zu sehen. Eine Besonderheit sticht sofort ins Auge: Die Pflanzen tragen Blüten und Früchte zur gleichen Zeit. So verströmen die Klassiker – Orange, Zitrone und Mandarine – neben einer großen Zahl ungewöhnlicher und seltener Sorten ihren betörenden Blütenduft.
Einige außergewöhnliche Zitrusarten und -sorten zeichnen sich durch ihre bizarren Formen und ungewöhnlichen Farben aus. Ihr Fruchtfleisch ist zumeist sehr sauer oder gar bitter. Ein Beispiel hierfür ist die Bizzaria, die ihrem Namen alle Ehre macht. Ihre bizarren, schrumpelig aussehenden orangefarbenen und grünen Früchte vereinen die Eigenschaften der Bitterorange und der stark duftenden Zedrat-Zitrone. Die Bizzaria galt lange Zeit als ausgestorben und wurde erst vor etwa 30 Jahren in der Nähe von Florenz wiederentdeckt. Bis heute ist nicht geklärt, wie dieses „Früchtchen“ genau entstanden ist. Auch die gestreifte Zitrone oder die von der Form her an einen gelben Oktopus erinnernde Zitronatzitrone „Buddhas Hand“ fallen durch ihr ungewöhnliches Äußeres ins Auge.
Neben der Farben- und Formenvielfalt der Zitrusfrüchte zeigt die kleine Ausstellung auch Pflanzen, deren Namen auf Zitrusfrüchte verweisen: Ob Zitronengras, Zitronenthymian, ZitronenmelisseZitroneneukalyptus oder Zitronenverbene – ihre Blätter duften intensiv nach Zitrone. Auch bei den ausgestellten Duftpelargonien, wie „Queen of Lemon“ oder „Prince of Orange“, sind die Sortennamen Programm. Grund für den Wohlgeruch ihrer Blätter sind ätherische Öle, mit denen sich sowohl Zitrusfrüchte als auch die Duftpflanzen gegen Fraßinsekten schützen. Sie helfen aber auch gegen Pilze und – wie Antibiotika – gegen Bakterien. Was auf Insekten abschreckend wirkt, ist für uns Menschen eher anziehend. Zitrusfrüchte und Duftkräuter dienten überdies schon früh als Arzneimittel. Während wir Zitrusfrüchte heute vorwiegend roh verzehren oder zu Saft verarbeiten, werden die nach
Zitrus duftenden Pflanzen als Gewürz oder Teegrundlage geschätzt. Der zitrusfrische Duft lässt sich überdies relativ leicht künstlich herstellen. Daher kennen wir ihn auch aus Produkten von Spülmitteln und Duftkerzen bis hin zu Eis, Bonbons und anderen Lebensmitteln.
Hauptziel der kleinen Zitrusfrüchte-Ausstellung ist aber nach wie vor, die Vielfalt an weltweit wachsenden Zitrusfrüchten zu zeigen. Mittlerweile gibt es 31 Arten und Hunderte von Sorten. Ursprünglich vor allem aus Südostasien stammend, werden Zitruspflanzen heute im gesamten „Zitrusgürtel“ kultiviert, der sich zwischen dem 20. und 40. Breitengrad nördlich und südlich des Äquators erstreckt. Denn die Pflanzen mögen es heiß und ihre Früchte brauchen lange Wärmeperioden, um heranzureifen. Darum stehen die Zitruspflanzen der Wilhelma den größten Teil des Jahres auch hinter den Kulissen in warmen Gewächshäusern. Nur für die Zitrusfrüchte- Ausstellung werden sie alljährlich herausgeholt und den Wilhelma-Besuchern präsentiert.

Quelle: PM Wilhelma