Wilhelma: Zwei Bonobos verzogen, ein Bonobo verstorben – Neuzugang erwartet

Das Leben ist ein Kommen und Gehen – auch bei den Bonobos in der Wilhelma. Der Zoologisch-Botanische Garten in Stuttgart hat sich Ende vergangener Woche von drei seiner Menschenaffen verabschieden müssen. Nayembi ist mit ihrer Tochter Nila in den Frankfurter Zoo umgezogen. Damals vier Jahre alt, war sie 2010 mit ihren Eltern Liboso und Mobikisi aus dem Zoo Apenheul in den Niederlanden in die Wilhelma gekommen. Daher stand fest, dass sie nicht auf Dauer in Stuttgart bleiben konnte. Denn bei den Bonobos verlassen Töchter mit der Geschlechtsreife die Gruppe ihrer Mutter. Nayembis Tochter Nila, deren Vater Kasai ist, kam im August 2015 als erster Bonobo in der Außenanlage der neuen Menschenaffen-Anlage auf die Welt. Die Kleine ist inzwischen aus dem Gröbsten heraus und hat mit ihrer Mutter den Transport nach Frankfurt begleitet von einer vertrauten Tierpflegerin gut überstanden.

Die Zahl der in Zoos weltweit gehaltenen Bonobos ist mit rund 200 überschaubar. Um ihre Gene möglichst gut zu mischen, ist jeweils nach einigen Jahren ein Austausch der Tiere angebracht. So erhält die Wilhelma nach der Abgabe von Nayembi und Nila im Laufe dieses Jahres ein Weibchen aus dem Zoo in Columbus im US-Bundestaat Ohio. Diese Umzüge werden auf Empfehlung der Zuchtkoordinatoren geplant. Schmerzlich und unerwartet war dagegen der Verlust von Hermien am Donnerstag, 2. März 2017. Das auf 38 Jahre geschätzte Weibchen machte vergangene Woche einen geschwächten Eindruck und sprach auf die intensive Behandlung durch die Tierärzte nicht an. Wie die Obduktion ergab, ist sie einer Lebererkrankung erlegen.

Bei der betagten Dame mit dem auffällig kahlen Kopf ließ sich das Geburtsjahr 1978 nur schätzen, weil Hermien 1980 aus Privatbesitz in den Zoo von Antwerpen gekommen war. Dort war sie einige Zeit die Matriarchin der Gruppe, bevor auch sie 2010 nach Stuttgart wechselte. „Bei uns hat sie sich überraschend schnell mit Kombote, der Chefin unserer Bonobos, arrangiert“, berichtet Marianne Holtkötter, Kuratorin für die Menschenaffen in der Wilhelma, „Hermien war zurückhaltend und hatte ein wirklich freundliches Wesen. Pfleger und Stammbesucher begrüßte sie mit ihrem typischen ,Grinsgesicht‘.“ Zum Glück ist Hermiens jüngster Nachwuchs, Bobali, der im Juli 2013 zur Welt kam, mit dreieinhalb Jahren nicht mehr auf seine Mutter angewiesen. In den Tagen seit ihrem Tod sucht er die Nähe zur Matriarchin Kombote und dem Männchen Mobikisi, bei denen er sich geborgen fühlt.

Quelle: PM Wilhelma

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