Wilhelma: Zwei große Arapaimas wohnen jetzt im Amazonienhaus

Foto: Wilhelma

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Bemerkenswerte Fische bevölkern neuerdings den Wasserlauf im Amazonienhaus der Stuttgarter Wilhelma. Das Dschungelbiotop ergänzen jetzt zwei Arapaimas. Sie können bis zu 2,50 Meter lang und an die 200 Kilo schwer werden. Damit zählen sie – neben einigen Stören und Welsen – zu den größten Süßwasserfischen der Erde. Sie passen hervorragend in die südamerikanische Lebenswelt der Wilhelma, die Botaniker und Zoologen ständig weiterentwickeln. In der Natur kommen Arapaimas in den Gewässern Brasiliens, Guyanas und Perus vor. Man findet sie vor allem im Einzugsgebiet von Amazonas und Orinoko. Das Amazonienhaus ist mit der Gestaltung seiner Landschaft sowie dem Besatz an Tieren und Pflanzen dem Tieflandregenwald aus der Umgebung des Rio Tapajos nachgebildet.

Arapaimas bewohnen auch schlammige Seitengewässer, die dicht von Wasser- und Uferpflanzen bewachsen sind. Mit dem dort phasenweise sauerstoffarmen Wasser kommen sie aus, weil sie eine besondere Fähigkeit entwickelt haben. Die Sonderlinge können nicht nur wie andere Fische Sauerstoff über ihre Kiemen aus dem Wasser ziehen, sondern dank der lungenartigen Funktion ihrer Schwimmblase zudem Luft atmen. Allerdings müssen sie dafür regelmäßig auftauchen, um „frische Luft zu schnappen“.

Ihr großes Maul reißen die Raubfische auch auf, um Beute zu machen: Fische, aber auch Vögel, die auf dem Wasser schwimmen, und kleinere Säugetiere, die auf Ästen knapp über dem Wasser sitzen. Der Arapaima kann nämlich springen. Er besitzt eine knochige Zunge, auf der zusätzliche Zähne sitzen. Damit zerkaut er Knochen und Panzer. Seinerseits wird er von der einheimischen Bevölkerung gerne gegessen. Begehrt macht den Fischriesen speziell sein hoher Fettgehalt. Menschenhand bedroht die Art daher nicht nur durch die Lebensraumvernichtung und den Pestizideinsatz im Ackerbau, sondern ebenfalls durch Überfischung. Wohl wegen der lachsroten Färbung seines Fleisches nennen die Brasilianer ihn Pirarucu (Roter Fisch).
Seinen Nachwuchs versucht der Raubfisch, so lange es geht, vor Fressfeinden zu schützen: Bei den Arapaimas bewacht das Männchen den Laich, bis die Jungtiere nach drei bis fünf Tagen schlüpfen. Er geleitet seinen Nachwuchs noch bis zu drei Monate durch die Unterwasserwelt.

Quelle: PM Wilhelma