Wüsten-Krötenechsen in der Wilhelma

Foto: Wilhelma

Lange galten die auf Ameisen-Nahrung spezialisierten Wüsten-Krötenechsen als äußerst
schwierige Pfleglinge und wurden folglich nur sehr selten in Terrarien gehalten. Einfach
ist ihre Haltung immer noch nicht, aber heutzutage ist das Futterproblem lösbar, und die
Tiere lassen sich auch züchten. Seit Kurzem sind nun im Terrarium der Wilhelma zwei
Paare dieser bizarren Reptilien zu sehen.
Krötenechsen sind rundliche, stark abgeplattete Vertreter aus der Familie der Leguane.
Charakteristisch für die Bewohner steiniger Halbwüsten: die großen Stachelschuppen am
Hinterkopf und der kurze Schwanz. Die Stachelschuppen reichen bei den bis 13 Zentimeter
langen Tieren als Schutz aber nicht aus – bei Gefahr drücken sich die tarnfarbenen Echsen
daher platt an den Boden. Genügt das immer noch nicht, so können sie aus den Augenwinkeln
Blutflüssigkeit verspritzen: ein für die meisten Gegner durchaus abschreckendes Verhalten, das
man im Terrarium allerdings nicht zu Gesicht bekommt.
Wüsten-Krötenechsen (ihr wissenschaftlicher Name lautet Phrynosoma platyrhinos) stammen
ursprünglich aus dem Westen und Südwesten der USA sowie aus Mexiko. Die kleinen „Monster“
in der Wilhelma kennen die amerikanischen Halbwüsten allerdings bestenfalls vom Hörensagen
– sie sind in Baden-Württemberg geschlüpfte Nachzuchten. Damit sie sich auch in
Menschenobhut rundum wohl fühlen, brauchen die Sonnenanbeter richtig viel Licht. Und auch
das „Catering“ muss stimmen: Krötenechsen haben sich auf den Verzehr von Ameisen
spezialisiert. In der Natur hat das Vorteile: Ameisen sind hier als Futtertiere reichlich vorhanden
und werden den kleinen Echsen von anderen Räubern kaum streitig gemacht. Auch im Terrarium
müssen folglich Ameisen auf dem Speiseplan stehen. Falls diese nicht in ausreichender Menge
verfügbar sind, stäubt man ersatzweise andere kleine Futterinsekten mit einem Pulver aus
Ameisensäure und entsprechenden Spurenelementen ein.
Noch sind die Wüsten-Krötenechsen der Wilhelma nicht ausgewachsen. Doch wenn alles gut
geht, legen sie im nächsten Jahr Eier, aus denen hoffentlich die nächste Generation kleiner
stacheliger Monster schlüpfen wird …

Quelle: PM Wilhelma