Zoo am Meer feiert 90. Geburtstag

Foto: Simon Pannock

Vor neunzig Jahren, am 24. Juni 1928, eröffneten die Tiergrotten am Bremerhavener Weserdeich ihre Tore. Nicht zu vergleichen mit einem Großzoo, wurde er bei der Eröffnung in der Presse auch „Klein-Stellingen am Weserdeich“ genannt, und zwar nach dem Hamburger Tierpark Hagenbeck, der als Vorbild galt. Auf nur 2000 qm, direkt anschließend an das Nordsee-Aquarium in der Strandhalle, tummelten sich damals Eis- und Braunbären, Rentiere, Füchse und Dachse, verschiedenste Vogelarten, aber auch schon immer Affen.

In den vergangenen neunzig Jahren hat sich das Bild der Zoos erheblich verändert. Wurden die Tiere früher zum Teil einzeln in sterilen Gitteranlagen gezeigt, sind es heute Tiere in natürlichen Sozialverbänden in großen, naturnah gestalteten Anlagen. Im Laufe der Zeit wurden auch im Zoo am Meer immer wieder Renovierungen durchgeführt, aber gegen Ende der Neunziger Jahre war der schlechte Zustand nicht mehr zu übersehen. Die Gehege genügten nicht mehr den Standards der modernen Zootierhaltung. Die Größe und Gestaltung der Anlagen waren inakzeptabel und die Bausubstanz nicht mehr erhaltungsfähig. 2001 bis 2004 wurde der Zoo am Meer komplett neu gebaut, finanziert durch Mittel der Europäischen Union, des Landes Bremen und der Seestadt Bremerhaven.

Es entstanden großzügige Biotopanlagen mit Einbindung der natürlichen Meereskulisse in die Gehegegestaltung, mit einmaligen Unterwassereinsichten, passend zum Themenschwerpunkt „wasserbezogene und nordische Tiere“. Entsprechend der modernen Zoophilosophie, Tiere als Botschafter für ihren Lebensraum zu zeigen, werden im neuen Zoo weniger Tierarten, die aber in großen, naturnahen Anlagen gehalten.

Die Faszination, die von diesem kleinen aber feinen Zoo ausgeht, ist seit 90 Jahren ungebrochen. Flächenmäßig ist er zwar der kleinste, wissenschaftlich geleitete Zoo, in Fachkreisen gehörte und gehört er aber immer zu den „Großen“. So wurde der Zoo am Meer 2007 sogar in den Weltzooverband WAZA (Word Association of Zoos and Aquaria) aufgenommen, zu dem die 241 weltweit renommiertesten Zoos gehören.

Begründet ist dieser tiergärtnerische Erfolg in besonderen Erstnachzuchten, wie Brillen- und Humboldtpinguinen, Basstölpeln oder Seehunden, aber auch in der Haltung von besonderen Tieren, wie Klappmützen oder in der großen Anzahl von Eisbärennachzuchten. Zeitgemäße Zootierhaltung, die naturkundliche Bildungsarbeit in der Zooschule und das Engagement des Zoo am Meer in Natur- und Artenschutzprojekten haben zu diesem neuesten Erfolg des Zoos geführt. Wie von Beginn an, war und ist der Eisbär ein Flaggschiff-Tier für unseren Zoo, der auch als Botschafter in Sachen Klimaerwärmung zurzeit traurige Popularität erhält. Auch an den Erfolg der besonderen Eisbärennachzucht konnte in den Jahren 2013 und 2015 mit „Lale“ und „Lili“ wieder angeknüpft werden.

1984 wurden die Tiergrotten in „Zoo am Meer“ umbenannt. Bei den Bremerhavenern und umzu sind es aber auch nach 34 Jahren die Tiergrotten geblieben. Das zeigt, wie tief verwurzelt dieser kleine Zoo in den Herzen der Menschen ist und in kaum einem Familienalbum fehlt das Foto „Kind auf Klappmütze“, einer Plastik als Denkmal für den Klappmützenbulle Hansi. Die Tiergrotten/der Zoo am Meer war von Beginn an eine gut besuchte Einrichtung. Von den Bremerhavenern als Sonntagsspaziergang geliebt, für die Touristen an der Nordseeküste ein beliebtes Ausflugsziel.

Schon der ehemalige Zoodirektor Dr. Kurt Ehlers sagte hinsichtlich der guten Besucherzahlen und des Renommees des Zoos: „So gut diese Zahlen für das Ansehen der Anlage ist, so wertvoll dürften diese Millionen Menschen, die aus allen Teilen Deutschlands und dem Ausland stammen, auch für das Ansehen und die wirtschaftliche Seite unserer Stadt sein“.

Es sind seitdem noch viele Millionen Menschen mehr geworden, die den Zoo besucht haben. Er hat sich zu einer überregional bekannten und für Bremerhaven und Bremen wichtigen touristischen Einrichtung entwickelt. Als starker Baustein der Havenwelten wird er auch weiterhin einen wichtigen Wirtschaftsfaktor für die Seestadt darstellen.

Quelle: PM Zoo am Meer