Zoo Basel: Antennenrochen eingezogen

Foto: Zoo Basel

Foto: Zoo Basel

Im Zolli-Vivarium im Zoo Basel schwimmen seit Neustem zwei sogenannte Antennenrochen aus dem Amazonas-Gebiet. Nomen est omen: Der Schwanz der ausgesprochen hübschen Tiere ist antennen- oder peitschenförmig ausgezogen und etwa fünf bis acht Mal länger als ihr Körper. Zu bestaunen sind die Rochen aus dem Amazonasgebiet ab sofort in Aquarium 34.

Antennenrochen haben einen tellerrunden, flachen Körper, dessen Durchmesser etwa fünf Mal kleiner ist als der extrem verlängerte Schwanz. Sie können sich mit einer kurzen Bewegung der Körperscheibe flugs im Bodensand vergraben oder wie ein fliegender Teppich durchs Wasser gleiten. Meist durchstöbern sie den Bodengrund nach Schnecken, Würmern oder Insektenlarven. Praktisch dabei ist, dass das Maul auf der Unterseite des Körpers liegt und aufgestöberte Nahrung damit sofort gepackt werden kann.

Die Natur bringt bisweilen sonderbare Körperausstattungen zustande, deren Sinn und Zweck schwer erkennbar ist. Mehr oder weniger einfach erklären lässt sich beim Rochen das grosse „Loch“ hinter dem Auge, das jedem Betrachter sofort auffällt. Auch wenn es etwas aussieht wie ein Ohr und kurioserweise „Spritzloch“ heisst, dient es – ganz im Gegenteil – dem Ansaugen von Wasser: Durch das Spritzloch pumpt der Rochen klares, nicht aufgewirbeltes Wasser von oben zu seinen Kiemen, die auf der Unterseite liegen. Dies ist viel praktischer und ausserdem eleganter als die übliche Variante, bei welcher der Fisch das Wasser mit dem Maul aufsaugt, um es durch die Kiemen zu pressen. Im Fall des bodenbewohnenden Rochens wären seine Kiemen so bald mit Schlamm gefüllt. Schwieriger wird es, eine Erklärung für den fast unendlich langen Schwanz des Antennenrochens zu finden. Die Wissenschaft jedenfalls schweigt sich darüber bisher aus. Die Trägheit der Forscher ist verständlich, ist doch der Antennenrochen 2011 überhaupt erst beschrieben worden.

Wir dürfen also noch etwas spekulieren: Haie und Rochen haben auf dem ganzen Körper verschiedene Sinnesorgane. So findet man entlang der Körperseiten und des Schwanzes überall Druck- und Schallsensoren, mit denen sich der Rochen in seiner Umwelt orientieren kann. Vielleicht ist der lange Schwanz eine Perfektionierung dieses sogenannten Seitenlinienorgans? Es gibt noch eine andere, exotisch erscheinende Möglichkeit: Rochen besitzen nicht nur im Maul Geschmacksknospen – wie wir -, sondern auf dem ganzen Körper verteilt. Ein Rochen „schmeckt“ also alles, was seine Oberfläche berührt. Wäre es wohl denkbar, dass ein langer Rochenschwanz gar als gastronomische Antenne dient?

Quelle: PM Zoo Basel