Zoo Basel: Berühmte Gorilla-Frau Goma wird 55 Jahre alt

Zoonews NewsAm 23. September wird Goma 55 Jahre alt. Die Gorilla-Greisin blickt auf ein aussergewöhnliches Leben zurück. Seit ihrer Geburt 1959 ist Goma eine Berühmtheit. Sie wuchs wie ein eigenes Kind in der Familie des damaligen Zoodirektors Prof. Dr. Ernst Lang auf. Als erster in einem europäischen Zoo geborener Gorilla wurde Goma der Liebling einer ganzen Generation von Zoobesucherinnen und -besuchern. Die sichtlich betagte Goma lebt heute noch im Zoo Basel und erfreut sich guter Gesundheit.

Gomas bewegtem Leben wurden in den letzten Jahren nochmals einige Meilensteine hinzugefügt. Als die Basler Gorillagruppe 2011 nach einem Jahr in einem provisorischen Zu- Hause ins neu umgebaute Affenhaus zurückkehrte, war sie die erste, die ihr neues Heim genauestens unter die Lupe nahm. Im September 2012 war es ebenfalls Goma, die mit viel Selbstvertrauen als erste die neuen Aussenanlagen erkundete. Am 19. August dieses Jahres traf Goma nochmals auf einen neuen Silberrücken. Sie gab M’Tongé (15) gleich zu verstehen, dass ein Jungspund wie er sich ihren Respekt erst verdienen muss.

Derzeit leben in Zoos nur vier noch ältere Gorillas. Der älteste ist die 1956 erste weltweit zoogeborene Gorilla-Frau Colo in Columbus (USA). Prof. Dr. Ernst Lang, der Goma in seiner Familie mit grosser Zuwendung aufgezogen hat, hat Goma immer wieder besucht. Er lebt in Basel und durfte am 16. Oktober 2013 seinen 100. Geburtstag feiern.

Ein aussergewöhnlicher Lebenslauf
Über Gomas Geburt und ihre frühe Zeit bei Menschen haben die Medien damals weltweit berichtet. Etwa einjährig bekam Goma Gesellschaft vom gleichaltrigen Pepe. Mit ihm zusammen wurde sie später in ihre angestammte Familiengruppe zurückgebracht. Ihren 1971 geborenen Sohn Tamtam zog Goma ohne menschliche Hilfe gross, was sie erneut international ins Gespräch brachte: Tamtam war der erste Gorilla in zweiter Zoogeneration und das erste Gorillakind, das in einem Zoo vom ersten Tag an in Gesellschaft eines Silberrückens aufwuchs. Er sollte Gomas einziges Kind bleiben. Als Folge ihrer aussergewöhnlichen Kindheit ist Goma bis heute den Menschen verbunden und deshalb in ihrer Gruppe eine Aussenseiterin geblieben. Erst in den letzten Jahren konnte sich Goma immer mehr ins Familienleben integrieren.

Happy Birthday Goma
Ihren fünfundfünfzigsten Geburtstag feiert die weltberühmte Goma im Kreise der sechsköpfigen Basler Gorillagruppe mit dem Silberrücken M’Tongé (15), ihrer Schwester Quarta (45), Faddama (30), Joas (24) und Zungu (11). Am Nachmittag des 23. September lädt der Zoo Basel die Besucherinnen und Besucher zu Gomas Geburtstag ein. Gemeinsam mit dem Publikum blickt der Zolli am 23. September auf Gomas Leben zurück. Von 15 bis 17 Uhr gibt es für das Publikum ein Spezialprogramm und für die Gorillas und die Besucher einen Geburtstags-Leckerbissen. Geburtstagskinder erhalten an diesem Tag freien Eintritt in den Zoo.

Lebensraum der Menschenaffen schwindet
Der Name Goma steht heute für eine betagte Gorillafrau, die mit ihrem in Folge ihrer aussergewöhnlichen Kindheit besonders menschlich anmutenden Blick täglich neu unsere Verantwortung wachruft für die in Menschenobhut gehaltenen Menschenaffen und ihre bedrohten Artgenossen im Regenwald. Denn alle nichtmenschlichen Menschenaffen sind in ihrem Bestand gefährdet. Die Gründe dafür liegen in erster Linie in der Zerstörung ihres Lebensraumes und in der Bejagung.

Quelle: PM Zoo Basel