Zoo Basel: Das grosse Leuchten der kleinen Fische

Foto: Zoo Basel

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Im Zoo Basel sind seit neustem wieder Laternenfische ausge-stellt. Die Fische selber werden die Besucherinnen und Besucher nie zu Gesicht bekommen, denn in ihrem Aquarium ist es stock-dunkel. Trotzdem gibt es im Aquarium Nr. 20 Überraschendes zu sehen.

In Europa gibt es nur einige wenige öffentliche Aquarien, die den Laternenfisch (Anomalops katoptron) ausstellen. 20 dieser Fische kann man nun im Zoo Basel im Vivarium beobachten. Oder besser gesagt, man kann ihnen beim Kommunizieren zusehen; denn diese Fischart, die sich mit einer Art Leuchtsprache verstän-digt, ist extrem lichtscheu und wird deshalb auch im Zoo Basel, wie es ihrer Natur entspricht, im Dunkeln gehalten.

Leben in der Dunkelheit
Unterhalb der Augen sitzen bei Laternenfischen Licht produzie-rende, mit Bakterien gefüllte Leuchtorgane. Diese drehen sie bei Bedarf rhythmisch und schalten das Licht auf diese Weise aus bzw. ein. So gibt es beim Blick in die Gucklöcher des Aqua-riums einiges zu sehen, obwohl man den Fisch selber nicht er-kennt. Am besten ist das Leuchten zu sehen, wenn die Augen ei-nen Moment an die Dunkelheit des Aquariums gewöhnt sind.

Morsezeichen des Meeres
In einem Kubikmillimeter des Leuchtorgans leben einige 10 Mil-liarden Leuchtbakterien. Die Blinkmuster erfüllen mehrere Funk-tionen. Einerseits leuchten sich diese Fische regelrecht den Weg, denn das Licht ist so stark, dass es ihre Umgebung er-hellt. Die Blinkerei lockt aber auch Beutetiere an, welche ih-rerseits in dem blinkenden Objekt eine leckere Beute vermuten. Auch Feinde lassen sich so abwehren: nach jedem Blinken wech-selt der Laternenfisch die Schwimmrichtung. Ein Räuber, welcher dem Licht folgt, schwimmt deshalb stets an seinem Ziel vorbei. Das ausgesendete Licht ist aber auch eine Art Sprache, die nicht zuletzt bei der Fortpflanzung sehr hilfreich ist: Manche Studien beschreiben bei Männchen und Weibchen unterschiedliche Blinkfrequenzen; durch andere Untersuchungen fanden Forscher heraus, dass einzeln gehaltene Laternenfische weniger schnell blinken, als paarweise oder in grösseren Gruppen gehaltene. Wie stark letztendlich das Blinken dem Gruppenzusammenhalt dient, ist noch immer unklar.

Vorbildliche Energienutzer
Laternenfische leben in tropischen Korallenriffen. Sie sind ausschliesslich nachtaktiv und extrem lichtscheu. Tagsüber ver-stecken sie sich in Höhlen und Nischen, nachts gehen sie in Schwärmen auf die Jagd nach kleinen Meeresbewohnern, die sich von Licht anziehen lassen. Die Effizienz der Lichterzeugung ist erstaunlich: 80-95 Prozent der aufgewendeten Energie werden zu Licht umgewandelt. Zum Vergleich: Bei einer Glühbirne gehen mindestens 95 Prozent als Wärme verloren, bei den modernsten LED-Lampen sind es immer noch über 50-70%!

Quelle: PM Zoo Basel