Zoo Basel: Die Schule des Lebens für Tierkinder

Foto: Zoo Basel

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Für viele Kinder heißt es in diesen Tagen, nach den Sommerferien wieder: Ab in die Schule!

Sie sind damit längst nicht die einzigen Kinder, die in die Schule müssen – auch Tierkinder gehen in die (Lebens-)Schule und müssen so manches lernen, bis sie erwachsen sind. Um im Erwachsenenalter ihr Leben erfolgreich meistern zu können, lernen sie zum Beispiel, sich Nahrung zu beschaffen, sich gegen Feinde zu schützen, mit Artgenossen umzugehen oder ihren Körper zu pflegen. Im Zoo Basel sind derzeit viele Jungtiere zu beobachten, wie sie die Welt erkunden, Erfahrungen sammeln und ihre Fähigkeiten entwickeln.

Während junge Menschenaffen mehrere Jahre intensiv von ihren Müttern betreut werden, sind Schneeleoparden bereits nach zwei Jahren als Einzelgänger unterwegs. Giraffen müssen bereits nach einer Stunde gehen können und junge Löwen lernen früh die Regeln, die im Rudel gelten.

Bei der Mutter in die Schule
Derzeit haben im Zoo Basel alle drei Menschenaffenarten Nachwuchs: die Gorillas, die Schimpansen und die Orang Utans. Die beiden im Mai und Juli geborenen Gorillakinder werden noch rund um die Uhr von ihren Müttern herumgetragen. Sie klammern sich instinktiv an das Fell ihrer Mutter und lernen erst später mit Hilfe der Mutter, den Griff zu lösen. Erst mit etwa einem halben Jahr unternehmen sie die ersten Ausflüge weg von der Mutter und verlassen diese ab dem zweiten Jahr immer öfter zum Spielen.

Im Gegensatz zu den Gorillakindern bewegen sich Schimpanse Lazima (1) und Orang-Utan Ketawa (3) schon deutlich selbständiger. Sie erkunden neugierig die Umgebung und unternehmen waghalsige Kletterpartien. In ihrer Entwicklung lernen sie manche Dinge durch Nachahmung und probieren andere Dinge einfach selber aus. Und auch hier macht Übung den Meister. Bis Schimpansen zum Beispiel richtig mit Werkzeugen umgehen können, braucht es jahrelange Übung.

Kindergarten für Giraffen
Giraffen kommen als Nestflüchter sehr weit entwickelt zur Welt. Sie stehen bereits kurz nach der Geburt auf ihren Beinen und müssen schon nach einer Stunde gehen können. Dass ihre Tritte zu Beginn noch etwas wacklig sind, war kürzlich am drei Wochen alten Giraffenmännchen Makalo gut zu sehen. Unterdessen kann er beim Herumtollen auf der Anlage beobachtet werden und seine Bewegungen werden von Woche zu Woche geschmeidiger.

In freier Wildbahn verbringt ein Giraffenkalb die ersten Wochen allein in einem schattigen Versteck. Die Mutter kehrt regelmässig zum Säugen zurück. Sind in einer Gruppe mehrere Kälber vorhanden, werden sie häufig in einem sogenannten Kindergarten zusammengefasst und von zwei bis drei Erwachsenen beaufsichtigt. Diese sorgen dafür, dass sie nicht Löwen, Hyänen oder Leoparden zum Opfer fallen.

Schnellbleiche für Schneeleoparden
Schneeleoparden sind als Erwachsene Einzelgänger und ganz auf sich allein gestellt. Bis die Jungen ihre Mutter mit 18 bis 22 Monaten verlassen, müssen sie vor allem die Jagdtechnik erlernen. Schneeleoparden sind Pirschjäger und schleichen sich auf 30-40 Meter an ihre Beute heran, bevor sie zum Spurt ansetzen. Die drei am 22. April 2015 im Zoo Basel geborenen Schneeleoparden können mit etwas Glück dabei beobachtet werden, wie sie die Anschleiche-Taktik jetzt schon üben.

Löweneltern erziehen gemeinsam
Auch die drei Löwenjungen vom 28. Mai und 15. Juni 2015, erkunden bereits die Umgebung. Sie werden von den beiden Löwenmüttern gemeinsam aufgezogen und auch ihr Vater Mbali trägt als Spielpartner seinen Teil zur Erziehung bei. Löwen gelten als die geselligste aller Katzenarten und leben im Rudel. Wie bei allen Tieren, die in Gruppen leben, müssen die Jungtiere im Spiel die sozialen Regeln lernen. Werden die jungen Löwen etwa gegenüber den Erwachsenen zu grob oder zu aufdringlich, werden sie zurechtgewiesen. Denn auch in der Tierschule gibt es Regeln, die es zu befolgen gilt.

Quelle: PM Zoo Basel