Zoo Basel: Drei neue Böcke bei den Kleinen Kudus

Foto: Zoo Basel

Foto: Zoo Basel

Am 16. Januar sind drei männliche Kleine Kudus in den Zoo Basel gekommen. Nach der einmonatigen Quarantänezeit durften sie ihre Basler Kolleginnen kennenlernen. Jetzt sind sie im Antilopen-haus auch für das Publikum zu sehen. Die drei sind Teil eines Erhaltungs- zuchtprogramms und sollen die Herde genetisch be-reichern.

Die Kudu-Männchen sind aus den Vereinigten Staaten angereist. Leopold aus Kansas City, Byron und Fitz aus San Diego. Nach ih-rer Ankunft waren alle drei ausgesprochen ruhig und fassten sehr schnell das Vertrauen zu den Tierpflegern Philippe Moll und Stephan Kämpfer. Diese kümmerten sich im ersten Monat aus-schliesslich um die Eingewöhnung der Neulinge und betreuten sie mit grosser Sorgfalt. Mit einer eigens installierten Kamera wurde überwacht, dass es den scheuen und schreckhaften Antilo-pen jederzeit gut geht. Für Überraschung sorgte der jüngste Ku-du-Bock Fitz: Schon nach wenigen Tagen frass er den Tierpfle-gern aus der Hand. Das erste Rendezvous mit den Basler Kudus verlief reibungslos. Bereits am selben Nachmittag erkundeten die neuen Böcke zusammen mit der ganzen Herde die Aussenanlage, genauestens beobachtet von den Giraffen im angrenzenden Gehege.

Wichtige Zucht-Tiere
Leopold, Byron und Fitz sollen frisches Blut in die Herde brin-gen. Im Zoo Basel hofft man, dass sie den Basler Weibchen ge-fallen und bald für Nachwuchs sorgen. „Es sind besonders wert-volle Tiere“, sagt Zuchtbuchführerin Beatrice Steck, „sie haben im Stammbaum zum Teil Gene von Gründertieren, die fürs europäi-sche Zuchtprogramm neu sind“. Längerfristig wird nur einer der Böcke im Zoo Basel bleiben, die beiden anderen werden in einem anderen europäischen Zoo ein Zuhause erhalten.
Die Zucht der Kleinen Kudus in Zoos ist in einem Zuchtprogramm organisiert (ESB = Europäisches Zuchtbuch). Der Zoo Basel be-müht sich seit Jahren, zur genetischen Auffrischung der Herde neue Tiere zu erhalten. Aufgrund der behördlichen Auflagen war dies eine grössere Herausforderung: Die Kudus mussten bereits am Ursprungsort in einer Quarantäne auf verschiedene Krank-heitserreger getestet werden. Erst als zufriedenstellende Re-sultate vorlagen, durfte der Transport stattfinden. In Basel war ein erneutes Absondern und Testen auf verschiedene Krank-heitserreger angesagt, ehe die Quarantäne aufgehoben werden konnte.

Aufwändige Quarantäne
Die Quarantäne fand fern der Besucheraugen in einem insektensi-cheren, von den Zoo-Schreinern konstruierten Stall im Antilo-penhaus statt. Die Quarantänetiere durften während dieser Zeit nur von Tierpflegern, die sonst nicht mit Klauentieren arbeite-ten, betreut werden und der Mist musste separat entsorgt wer-den. Quarantänen werden durchgeführt, um sicher zu sein, dass die Tiere keine Tierseuchen einschleppen und keine Gefahr für den Tierbestand der Schweiz darstellen. Bei Klauentieren aus Übersee sind die Auflagen besonders scharf.

Kleine Kudus haben im Gegensatz zum bekannteren Grossen Kudu ein kleines Verbreitungsgebiet. Es umfasst Teile der Staaten Tansania, Kenia und Somalia. Sie bewohnen Akazienwälder und dichtes Gestrüpp und leben in Gruppen von meist vier bis zehn Tieren. Im Zoo Basel leben zurzeit drei Männchen und fünf Weib-chen in der Herde. Den Import hat der Freundeverein Zoo Basel ermöglicht, der für die Transportkosten aufgekommen ist.

Quelle: PM Zoo Basel