Zoo Basel: Endlich wieder Nachwuchs bei den Zwergflusspferden

Zwergflusspferd Lani - Foto: Zoo Basel

Zwergflusspferd Lani – Foto: Zoo Basel

Endlich wieder Nachwuchs bei den Zwergflusspferden

14 Jahre ist es her, seit es bei den Zwergflusspferden im Zoo Basel zum letzten Mal Nachwuchs gegeben hat. Nun ist am 18. März Lani zur Welt gekommen. Draussen war es für sie bisher noch zu kalt. Jetzt kommt sie an warmen, sonnigen Tagen mit Mutter Ashaki (9) zwischen 10-15 Uhr auf Außenanlage. Lani ist eines von etwa 135 Zwergflusspferden im Europäischen Erhaltungszuchtprogamm (EEP) und das das 74. im Zoo Basel geborene Junge.

Lani kam frühmorgens um sieben zur Welt. Der Tierpfleger konnte die problemlose und schnelle Geburt beobachten. Ashaki war danach sehr müde. Bereits eine Stunde später wurde das aufgeweckte Junge erstmals beim Trinken gesehen. Ashaki und Lani werden vorerst nur zwischen 10-15 Uhr und nur bei warmen, sonnigen Temperaturen abwechslungsweise mit dem Männchen auf der Außenanlage zu sehen sein. Das Wasser ist noch echt kalt und das Junge soll nicht auskühlen soll. Lani versteckt sich gerne im Gebüsch. Zoobesucherinnen und -besucher brauchen derzeit also noch etwas Glück und Geduld.

Mini-Zwergflusspferd

Bei der Geburt war Lani etwa kaninchengroß und wog 5,2 Kilogramm. Seither wird sie täglich auf die Waage gestellt. Ihre Gewichtszunahme gibt Auskunft darüber, ob sie regelmässig trinkt. Bei der letzten Messung brachte sie bereits über 16 Kilogramm auf die Waage, Mutter Ashaki wiegt derzeit rund 200 Kilogramm. Lani war von Anfang an sehr aktiv und Mutter Ashaki umsorgte sie vorbildlich. Mittlerweile interessiert sich die Kleine schon ein wenig für feste Nahrung und knabbert an Fenchel oder Blättern.

Umgestaltete Anlage

Über Lanis Geburt freut man sich im Zoo Basel besonders. Zwergflusspferde sind in der Natur sehr bedroht und das letzte Mal hatte es im Jahr 2000 Nachwuchs gegeben, das Junge überlebte damals leider nicht. Das letzte im Zoo Basel aufgewachsene Jungtier ist 1997 geboren und lebt heute noch im Zoo Cabarceno in Spanien. Warum es gerade jetzt wieder geklappt hat, bleibt Spekulation. Sicher ist: Bevor Ashaki trächtig wurde, ist die Zwergflusspferd-Anlage mit Suhlen und Verstecken naturnah verändert worden. Ashaki und Aldo, die sich zuvor gegenseitig überhaupt nicht mochten, ermöglichte der Tierpfleger mit viel Geduld, sich langsam durch einen Zaun getrennt kennenzulernen. Danach folgten ein paar schrankenlose Rendez-Vous, die schon bald in einer Paarung endeten.

Ultraschall brachte Aufschluss

Mittels Untersuchungen von Kotproben versuchten die Tierärzte festzustellen, ob die Paarung erfolgreich war. Ohne Erfolg. Mit geduldigem Training brachte Tierpfleger Roland Schweizer Ashaki schließlich dazu, ganz ruhig eine Ultraschalluntersuchung zuzulassen. Genüsslich Karottenstücke verputzend hob sie sogar das Bein, um dem Tierarzt die Untersuchung zu erleichtern. Und tatsächlich: Auf dem Monitor erschien ein winziges im Fruchtwasser schwimmendes Zwergflusspferdchen. Mutter Ashaki ist 2008 aus Singapur in den Zoo Basel gekommen. Sie stammt unter anderem auch von wilden Zwergflusspferden ab, die in Europa keine Nachkommen haben. Vater des Jungen ist Aldo (7), der ebenfalls 2008 nach Basel kam. Das Paar hat sich nach der Paarung immer noch gut verstanden und konnte zusammen die Außen- und Innenanlagen benutzen. Nach Lanis Geburt, geht man aber lieber auf Nummer sicher, da in der Natur Zwergflusspferde eigentlich Einzelgänger sind und sich der Vater nicht an der Aufzucht des Jungen beteiligt.

Zwergflusspferde sind selten

Der Zoo Basel führt seit 1975 das internationale Zuchtbuch der Zwergflusspferde und koordiniert das Europäische Erhaltungszuchtprogramm seit 1992. Ein EEP ist eine Art Partnervermittlung für Zootiere: Zoos, die Zwergflusspferde abzugeben haben oder suchen, melden sich beim EEP und das EEP teilt die verfügbaren Tiere den Zoos zu. Um Erbkrankheiten vorzubeugen, werden Paare gebildet, die nicht miteinander verwandt sind. Die Verwandtschaftsbeziehungen werden im Zuchtbuch festgehalten.

Zwergflusspferde leben in den Regenwäldern in Liberia, Guinea, Sierra Leone und der Elfenbeinküste und sind stark bedroht. Diese Länder waren bis in die jüngste Vergangenheit von politischen Unruhen und Instabilität geprägt, weshalb sich nur wenige Forscher und Naturschützer in diesen Ländern engagierten. Der Zoo Basel unterstützt ein Schutz-Projekt, welches von internationalen Naturschutzorganisationen in Sierra Leone initiiert wurde, mit rund 17‘000 Franken pro Jahr.

Quelle: PM Zoo Basel