Zoo Basel: Erstmals Nachwuchs bei den Roten Neonsalmlern

Im Zoo Basel ist erstmals die Zucht von Roten Neonsalmlern geglückt. Rund 500 hinter den Kulissen geschlüpfte Jungfische schwimmen jetzt im 1000 köpfigen Schwarm im Aquarium Nummer 26. Obwohl die Südamerikanischen Fische sehr häufig in Wohnzimmeraquarien anzutreffen sind, ist ihre Zucht ausgesprochen selten. Projekte im Amazonasgebiet fördern den nachhaltigen Fang dieser Fische, damit die Menschen nicht auf den Handel mit Tropenholz angewiesen sind.

Die im Volksmund „Neonfische“ genannten Neonsalmler sind die wohl bekanntesten Aquarienfische. 2017 ist die Zucht – im Zoo Basel zum ersten Mal – geglückt. Damit Neonsalmler für Nachwuchs sorgen muss man ihr natürliches Umfeld simulieren. Im Aquarium ist das gar nicht so einfach. Neonsalmler leben im oberen Amazonas und seinen Nebenflüssen in sogenanntem „Schwarzwasser“. Schwarzwasserflüsse haben ihren Ursprung meist in Mooren oder humusreichen Regenwäldern. Das abfliessende Wasser ist extrem mineralienarm, aber voll von Huminsäuren und deshalb sehr sauer. Ein Umfeld, in dem „normale“ Fische in der Regel wegen Mineralienmangel oder aufgrund der Säure verenden. Die leuchtenden Neonsalmler können sich daher recht unbehelligt in ihrem Biotop bewegen, die Konkurrenz durch andere Fische ist bescheiden. Ganz im Gegensatz zum Nahrungsangebot, das mit Insekten und anderen kleinen wirbellosen Tieren ordentlich gedeckt ist.

Genau dieses an sich lebensfeindliche Umfeld wird bei der Zucht nachgebildet. Mithilfe von künstlichem Regen-, sogenanntem Osmosewasser, das absolut mineralfrei ist, und der Zugabe von Humin-, Gerb- und anderen Säuren entsteht „Schwarzwasser“ mit einem pH von lediglich 4.2. In diesem sauren Wasser laichen die Neonsalmler nun in Gruppen von etwa 30 Tieren. In der Natur sinken die Fischeier zu Boden, im Zuchtaquarium ist ein Lochgitter im Boden des Aquariums eingebaut, durch den die Eier in einen sicheren Bereich sinken. Die winzig kleinen und fast unsichtbaren befruchteten Eier werden in ein separates Aquarium überführt, ansonsten würde sie von ihren eigenen Eltern gefressen. Bereits nach einem (!) Tag schlüpfen die Fischlarven, und nach fünf Tagen nehmen sie das erste Futter zu sich.

Rote Neonsalmler können von wenigen Haltern zwar in grosser Zahl gezüchtet werden, Umweltorganisationen fördern aber heute den nachhaltigen Fang dieser Fische, damit die einheimische Bevölkerung nicht in den Tropenholzhandel abwandert. Am Rio Negro finden sich viele Fischer, die vom nachhaltigen Aquarienhandel leben.

Quelle: PM Zoo Basel