Zoo Basel: Erstmals Schwarzschwanz-Antennenrochen geboren

Zoonews NewsIm Zoo Basel sind Anfang November zum ersten Mal Schwarzschwanz-Antennenrochen (Plesiotrygon nana) zur Welt gekommen. Die neun jungen Knorpelfische sind im Aquarium Nummer 26 im Vivarium zu bestaunen. Die Nachzucht darf als kleine Sensation bezeichnet werden, denn es gibt in ganz Europa nur ganz wenige Halter und noch weniger Züchter von Antennen-Süsswasserrochen.

Gleich neun Junge hat die Rochenmutter in der Nacht auf den 5. November 2016 geboren. Alle sind wohlauf und fressen bereits die angebotenen Futterrationen aus Mückenlarven, Fischstückchen, fein gehackten Moules, und Garnelen. Wer könnte da schon nein sagen? Die Vivariums-Crew hatte sich entschlossen, die hochschwangere Mutter, die lediglich zweieinhalb Jahre alt ist, für die Geburt in ihrem angestammten Aquarium Nr. 26 zu lassen. Der fast vierjährige Rochenvater jedoch musste wenige Wochen vorher das Feld räumen, damit die Geburt möglichst störungsfrei blieb und die Jungen sich in aller Ruhe auf ihr neues Leben einlassen konnten.

Erst vor fünf Jahren wissenschaftlich beschrieben
Die Antennenrochen sind etwas ganz Spezielles: Sie gehören zu einer besonderen Gruppe der Stechrochen und stammen von marinen Arten ab, die aus ihrem ursprünglichen Lebensraum auf dem des Meeresgrund Flüsse besiedelt und sich vollständig an das Leben im Süsswasser angepasst haben. Ihre Hauptverbreitung liegt heute in mehreren Flüssen und Abschnitten des hintersten Amazonas-Beckens, im östlichen Peru. Über die ausserordentlich hübschen Fische mit ihrem schier endlos langen Schwanz weiss man noch praktisch nichts. Sie wurden erst 2011 wissenschaftlich beschrieben und sind in Aquarien äusserst selten zu sehen. Vermutlich ist der Zoo Basel die einzige öffentliche Institution in Europa, die diese Art in seinen Aquarien hält. Was die Zucht im Zoo Basel nun gezeigt hat, ist, dass die Antennenrochen bis zu neun Junge aufs Mal gebären können; bisher war man von deutlich kleineren Zahlen ausgegangen.

Junge schlüpfen im Bauch der Mutter
Die Antennenrochen legen keine Eier, wie viele andere Rochenarten, sondern halten diese im Körper zurück. Die die Jungen entwickeln sich in ihren sehr grossen Eiern bis zur Schlupfgrösse. Dabei sind sie die scheibenförmigen Jung-„Röchelchen“ der Länge nach eingerollt und sehen deshalb fast aus wie eine Frühlingsrolle. Kurz vor der eigentlichen Geburt drängen sie sich aus der Eihülle und werden danach als fixfertige kleine Ebenbilder der Erwachsenen geboren, sie sind sofort selbständig und beginnen zu fressen, sobald der Dottervorrat in ihrem Bauch erschöpft ist. Ein solches Fortpflanzungssystem heisst „ovo-vivipar“, also eier-lebendgebärend.

Mehr als 600 Rochenarten leben in den Meeren der Erde. Es sind die nächsten Verwandten der Haie. Ihr Körper ist – gegenüber einer Fisch-Grundform stark abwandelt – teller- bis scheibenförmig.

Quelle: PM Zoo Basel