Zoo Basel: Europas einzige Buschhuhn-Mutter hat Nachwuchs

Foto: Zoo Basel

Nach sechs Jahren des Wartens wachsen im Zoo Basel wieder Buschhuhn-Küken auf. Zum Ausbrüten der Eier hat der Hahn einen enormen Hügel aus Laub aufgeschichtet.

Zwei junge Buschhühner suchen zwischen den Laubblättern nach Insekten und Würmern. Das weibliche Junge vom 5. August ist schon fast ausgewachsen. Auch das zweite männliche Junge vom 1. Oktober sieht nicht so flauschig aus, wie man es sonst von Hühnerküken gewohnt ist.

Frischgeschlüpfte Buschhühnchen messen bereits über zehn Zentimeter, das ist ein Drittel der Länge der Eltern. Ihnen fehlt das bei Hühnern sonst übliche Flaumgefieder. Und: Sie sehen nicht nur ziemlich erwachsen aus, sondern sind auch sofort selbständig, suchen sich ihr Futter alleine und können sofort fliegen. Buschhühner bauen kein Nest, sondern einen riesigen Bruthaufen. Das Männchen scharrt mit seinen Füssen Laub zusammen, und das Weibchen vergräbt innerhalb von zwei bis neun Tagen um die 30 Eier fast einen Meter tief in den Haufen. Jedes Ei macht etwa 10 Prozent des Eigengewichtes der Henne aus. Weil das Pflanzenmaterial im Haufen verrottet, entsteht Wärme; das hält die Eier schön warm. Damit es nicht zu heiss oder zu kühl wird, fügt der Hahn Pflanzenmaterial hinzu oder scharrt es weg.

In der Natur hätten sich die Buschhuhn-Küken nicht nur aus der Eischale, sondern auch aus dem drei bis vier Meter langen und einen Meter hohen Bruthügel kämpfen müssen. Die beiden Jungen im Zoo Basel sind aber im Brutkasten unter der Aufsicht der Tierpfleger geschlüpft. Während der gesamten Brutzeit durften die Eier auf keinen Fall gedreht werden, denn bei Buschhühnern fehlen die sonst üblichen Halteschnüre am Dotter. Da die Eier normalerweise tief im Bruthaufen feststecken, brauchen sie diese nicht.

In ganz Europa halten nur sechs Zoos Buschhühner und die Basler Buschhuhn-Henne ist europaweit die einzige ihrer Art, die Nachwuchs hat. Da Nachzuchten extrem selten sind, sind die Basler Buschhühnchen in der Zoowelt begehrt. Das letzte Mal wuchsen im Zoo Basel vor sechs Jahren junge Buschhühner auf. Sie leben im Haus „Australis“, das dem Thema Fortpflanzung gewidmet ist. Dort sind auch Kängurus, Agakröten, Schwarze Witwen und Schuppenfingergeckos zu Hause.
Die Heimat der Buschhühner ist Australien. Dort leben sie von Queensland bis nach Sydney in den Regenwäldern und im Busch.

Quelle: PM Zoo Basel

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