Zoo Basel: Nachwuchs bei den Brillenkäuzen

Die Brillenkauz-Familie im Zoo Basel ist in ihr Sommerquartier, die Eulenburg, gezogen. Die beiden weissen Küken mit der Flauschfrisur und der schwarzen Brille werden sich erst mit zwei bis drei Jahren optisch ihren weissbebrillten, dunkel gefiederten Eltern angleichen.

Die jungen Brillenkäuze sind Anfang Februar geschlüpft und bis heute zu sogenannten „Ästlingen“ herangewachsen: Sie sitzen nicht mehr im Nest, sondern lassen sich bequem auf einem Ast sitzend von Papa und Mama füttern. Sie sind schon so gross wie die Eltern, tragen aber noch ihr helles, flauschiges Jugendkleid mit der schwarzen Maske auf hellem Grund, aus der die gelben Augen eindrucksvoll hervorstechen. Von den Eltern sind sie deshalb gut zu unterscheiden, denn diese tragen fast die gegenteilige Färbung: eine helle Brille im dunklen Gesicht.

Junge oder Mädchen, DNA-Probe gibt Aufschluss
Bei den Geschwistern handelt es sich um ein Männchen und ein Weibchen. Weibliche Brillenkäuze sind meist etwas grösser als die Männchen, sehen aber sonst identisch aus. Um ganz sicher zu sein, kann man das Geschlecht mit Hilfe einer genetischen Untersuchung feststellen. Beim Umzug vom Winterstall in die Eulenburg zupfte ihnen die Tierärztin deshalb eine kleine wachsende Feder aus und schickte sie ins Labor. Dort bestätigte sich die Vermutung: Das grössere der Jungen ist das Weibchen. Gleichzeitig mit der Federprobe applizierten die Tierärzte einen reiskorngrossen Chip unter die Haut. Mit diesem erhält der Vogel eine lebenslange Identität. Dies ist wichtig für die Artenschutzprogramme, welche Zoologische Gärten für die Brillenkäuze führen. In ihrer Heimat sind Brillenkäuze zwar regional noch relativ häufig. Raubbau am Wald macht ihnen aber zu schaffen, da sie für die Brut auf Baumhöhlen angewiesen sind.

Vorbildliche Eltern
Das Brillenkauz-Paar ist ein eingespieltes Team. Bei mehreren Bruten haben die beiden bewiesen, dass sie sehr fürsorgliche Eltern sind. Obwohl es diese Wintersaison im Winterstall etwas turbulent zuging – die Weihervögel mussten zeitweise drinnen bleiben – erwiesen sich die beiden als völlig stressresistent und kümmerten sich zuverlässig wie immer um ihre Brut.

Brillenkäuze brüten rund fünf Wochen. Wenn sich die Jungen zum ersten Mal aus der Bruthöhle wagen, können sie fünf bis sechs Wochen lang noch nicht fliegen und sind auf die Eltern angewiesen. Mit zwei bis drei Jahren tragen sie das schokoladenfarbene Erwachsenenkleid und suchen sich einen Partner. Die nachtaktiven Brillenkäuze gehören zu den Waldeulen. Sie bewohnen in Südamerika den dichten, tropischen Regenwald.

Quelle: PM Zoo Basel