Zoo Basel: Nachwuchs bei den Nutrias

Foto: Zoo Basel

10 flinke Jungtiere wuseln auf der Nutria-Anlage im Zoo Basel durchs Laub. Nutrias gehören zu den heimlichen Publikumslieblingen, denn bei den tagaktiven Nagern ist immer etwas los.

Wohl kaum ein Tier hat so viele Namen und wird so häufig verwechselt. Die Nutria wird auch Biberratte, Sumpfbiber, Schweifbiber, Schweifratte oder Coypu genannt. Im Zoo Basel ist die Art seit 1943 zu sehen. Knapp 400 Jungtiere sind seither zur Welt gekommen. Zurzeit springen mehrere Junge im Laub der frisch hergerichteten Anlage umher oder dümpeln im Wasser. Ein Besuch bei den quirligen Nagern lohnt sich auch im Winter, denn sie sind tagsüber besonders aktiv.

Leben in der Grossfamilie
Nutrias stammen ursprünglich aus Südamerika, wo sie in der Nähe von Flüssen und Seen leben. Sie sind reine Vegetarier und leben in grösseren Gruppen, die sich wiederum in Untergruppen aufteilen. Die Untergruppen bestehen aus einem Paar, welches mit seinem Nachwuchs zusammen lebt. Da diese Tierart extrem fortpflanzungsfreudig ist, bestehen Familien oftmals aus bis zu 15 Mitgliedern. Die Tragzeit dauert viereinhalb Monate und die sechs bis acht Jungen sind bei der Geburt behaart und weit entwickelt. Schon mit fünf Monaten sind sie geschlechtsreif. Ein Weibchen kann zwei bis drei Würfe pro Jahr aufziehen.

Einheimische Südamerikanerin
Nutrias wurden Anfang des 19. Jahrhundert wegen ihres schönen rotbraunen Pelzes gejagt und später in Farmen in Europa gezüchtet. Aus diesen Zuchten verschwanden immer wieder einige Tiere, so dass sich Nutrias mittlerweile recht gut in Mitteleuropa etabliert haben. Dabei werden sie immer wieder mit dem Biber verwechselt, der ebenfalls ein prächtiges Fell besitzt. Im Gegensatz zu Bibern sind Nutrias wesentlich kleiner und wiegen nur bis zu zehn Kilogramm. Auch ist ihr Schwanz im Querschnitt rund und nicht flach wie bei den Bibern.

Haarige Doppelgänger
Mit einem weiteren Tier wird die Nutria (oder Biberratte) gern verwechselt: Die Bisamratte trägt nicht nur einen ähnlichen Namen, sondern sieht der Biberrate auch noch zum Verwechseln ähnlich. Bisamratten kommen ursprünglich aus Nordamerika und wurden wegen ihres Fells ebenfalls in Europa gezüchtet. Immer wieder brachen einige Tiere aus, so dass sich auch diese Tierart in Europa etablieren konnte. Bisamratten sind kleiner als die Nutria, wiegen auch nur bis zu 1,8 Kilogramm und ihr Schwanz ist seitlich ein wenig abgeflacht. Bisamratten werden auf Grund ihrer geringen Grösse auch oft mit Wanderratten verwechselt.

Quelle: PM Zoo Basel