Zoo Basel: Nachzucht bei einer der seltensten Vogelarten der Welt

Junge Balsistare im Zoo Basel – Foto:Zoo Basel 2013

Im Zoo Basel ist ein junger Balistar geschlüpft. Balistare sind schneeweisse Vögel, deren Augen von einem leuchtenden Blau umrandet sind. Sie sind vom Aussterben bedroht und existieren in freier Wildbahn nur noch auf Indonesien. Der Jungvogel ist Teil eines Erhaltungszuchtprogrammes.

Der kleine Balistar im Zoo Basel ist schon beinahe so gross wie seinen Eltern. Da er noch keine Schmuckfedern auf dem Kopf hat, ist er aber gut zu erkennen. Er hat seine Bruthöhle mittlerweile verlassen und erkundet seine neue Umgebung. Für die Eltern ist es die erste Brut und sie umsorgen ihr Junges mit grosser Sorgfalt.
In freier Wildbahn leben Balistare nur noch im Barat Nationalpark auf Bali und auf Nusa Penida, einer Insel südöstlich von Bali. Der Bestand wird auf unter 200 Vögel geschätzt. Daher war die Freude gross, als der junge Balistar im Zoo Basel am 13. Juni erstmals seine Bruthöhle verliess. Anders als in freier Wildbahn sind Balistare in Zoos recht häufig (> 300). Ihre Zucht wird durch das Europäische Erhaltungsprogramm (EEP), welches in Köln geführt wird, koordiniert. Vergangenes Jahr hat der Zoo Basel durch das EEP ein Paar Balistare erhalten. Gesucht waren Halter, die sich auch an einem Schutzprojekt für die Vögel in Indonesien beteiligen wollten.

Legal statt illegal verkaufen
Das Schutzprojekt hat zum Ziel, das Fangen von Wildvögeln zu verhindern und die Populationen durch Nachzuchten aus den Zoos zu stärken. Die Lösung für das Problem ist recht pragmatisch: Der Zoo Köln hat vor Ort mit Einheimischen mehrere, sehr gut geführte, Zuchtstationen aufgebaut. Die gezüchteten Vögel werden registriert und legal weiterverkauft. Vögel ohne Registrierung, wie Wildfänge, werden konfisziert. Dank Aufklärungsarbeit ist vielen Käufern heute bewusst, dass durch den Handel mit nicht registrierten Vögeln die Wildpopulation fast ausgestorben wäre. Auf Bali gelten Balistare als wertvolle Geschenke. Sie werden deshalb eingefangen und auf dem Markt verkauft. Vorallem dieser illegale Handel bedroht die seltenen Vögel. Das Projekt scheint erfolgreich, die Jagd auf wildlebende Vögel hat nachgelassen. Um die Wildpopulation zu unterstützen, werden Vögel aus den Zoos wieder ausgewildert. Diese Auswilderung wird ebenfalls durch den Zoo Köln koordiniert. Der Zoo Basel stellt den Jungvogel dem EEP und damit auch dem Schutzprogramm zur Verfügung.

Erst vor 100 Jahren entdeckt
Der rund 25 Zentimeter lange und rund 100 Gramm schwere Balistar wurde erst 1910 auf Bali entdeckt. Sein Lebensraum ist geprägt von Trockenwald, Graslandschaften und landwirtschaftlichen Nutzflächen. Dort ernähren sich die Vögel von Insekten, Wirbellosen, aber auch von Früchten. Ein Gelege besteht aus drei bis vier bläulichen Eiern, welche in Nisthöhlen wie hohlen Baumstämmen gelegt werden. 14 Tage werden die Eier bebrütet und nach weiteren drei Wochen verlassen die Jungen die Höhle. Sie werden aber weiterhin von den Eltern gefüttert.

Quelle: PM Zoo Basel