Zoo-Basel: Namen für besenderte Weißstörche gesucht

Weißstorch - Foto: Zoo Basel

Weißstorch – Foto: Zoo Basel

Namen für Zolli-Störche gesucht

In den letzten Tagen besuchte ein Expertenteam den Zoo Basel, um drei Jungstörche und einen Altstorch zu besendern. Für zwei Störche werden noch Namen gesucht. Nebst den Vögeln im Zolli werden auch andernorts Störche mit Sendern ausgestattet. Ziel der Aktion ist es, mehr Informationen über das Zugverhalten der Weißstörche zu erhalten.

Jedes Jahr werden die Horste der Altvögel im Zoo Basel genau beobachtet. Der Monat Juni steht dann ganz im Zeichen des Weißstorches: Die Jungvögel werden gezählt und beringt. Wenn alles gut läuft, werden einzelne Jung- und manchmal auch Altvögel mit einem Sender ausgerüstet. Der Sender ist Streichholzschachtel groß, 40 Gramm schwer und wird dem Vogel wie ein kleiner Rucksack auf den Rücken geschnallt. Von dort sendet er Signale, die via Satellit empfangen oder mit einem speziellen Lesegerät abgelesen werden können. Auch dieses Jahr kamen sehr viele Weißstörche zur Brut in den Zolli. 24 Horste wurden besetzt und bislang sind 45 Jungvögel beringt worden.

Namen gesucht

Weißstorch Lenny - Foto: Zoo Basel

Weißstorch Lenny – Foto: Zoo Basel

Außer den Jungstörchen hat dieses Jahr auch ein Altstorch einen Sender erhalten. Es ist Helen, die bereits vor 14 Jahren erstmals besendert wurde und derzeit im Zoo Basel Junge aufzieht. Letztes Jahr wurden zwei Störche im Zolli mit einem Sender versehen. Amelios, ein Jungstorch, verunfallte leider später in Spanien und kam nicht zurück. Der Altvogel Lenny ist seit Ende Februar wieder im Zolli und hat selber Nachwuchs bekommen. Auch Yumna, der bereits 2012 einen Sender erhalten hatte, fand den Weg zurück in die Region. Für die Zoll-Störche hat der Zoo Basel unter dem Namen Amelios eine eigene Facebook-Seite eingerichtet. Dort wird regelmässig über die mit Sendern versehenen Störche berichtet. Für zwei der diesjährigen Senderstörche werden noch Namen gesucht. Auf der Web-Seite des Zoos können Vorschläge eingereicht werden.

Weißstörche ziehen nicht mehr nach Afrika

In früheren Jahren ging man davon aus, dass alle Weißstörche im Winter von der Schweiz nach Nordwestafrika ziehen. Doch dieses Verhalten hat sich verändert. Die meisten Störche der westziehenden europäischen Population bleiben in Spanien und suchen die Nähe riesiger Mülldeponien, die den Vögeln als Nahrungsquelle dienen. Bis zu 2000 Störche trifft man an vielen Orten an. Ob das Zugverhalten der Vögel sich auf Grund der Müllhalden verändert hat und welche anderen Gefahrenquellen den Vögeln auflauern, sollen die Daten der Sender aufzuklären helfen.

Zolli unterstützt Erforschung des Storchenzuges

Foto: Zoo Basel

Foto: Zoo Basel

Der Verein Storch Schweiz möchte mit dem Projekt „SOS Storch, Storchenzug im Wandel“ diese Fragen klären. In enger Zusammenarbeit mit Kollegen aus ganz Europa verfolgen sie die Bewegungsmuster der Weissstörche. Der Zoo Basel ist in den letzten Jahren ein wichtiger Partner für Storch Schweiz geworden, denn im Zoo Basel leben die meisten Brutpaare der Region. Außerdem unterstützt der Zoo Basel Storch Schweiz finanziell und mit seinem Knowhow bei der Durchführung wissenschaftlicher Studien.

Mehr Infos zum Zoo Basel: ZOO- UND TIERPARKLISTE

Quelle: PM Zoo Basel